INTERGEO 2026: Diese Highlights sollten Besucher in München im Blick behalten
Vom 15. bis 17. September 2026 wird München zum Treffpunkt der internationalen Geo-Branche. Die INTERGEO bringt Unternehmen, Start-ups, Verwaltung, Wissenschaft und Anwender aus Geodäsie, Geoinformation, Landmanagement und Digitalisierung zusammen. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr vor allem Künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge, Reality Capturing, BIM und die Frage, wie Geodaten in Infrastruktur, Verwaltung, Immobilienwirtschaft und Klimaanpassung praktisch eingesetzt werden können.
2026 setzt die Veranstaltung stärker auf Anwendungen, die Besucher unmittelbar erleben können. Expo, Conference, Bühnenprogramm und Live-Demonstrationen werden enger miteinander verbunden. Besonders Reality Capturing erhält mit einem neuen Erlebnisbereich deutlich mehr Raum.
Diese Highlights sollten Besucher im Blick behalten
Reality Capturing wird live erlebbar
In Halle C5 zeigt der Reality Capturing Experience Parc live, was Mobile Mapping, Laserscanning und Photogrammetrie in der digitalen Bestandserfassung leisten. Wer Technologien vor dem Kauf prüfen will, findet hier Gelegenheit dazu. Den Auftakt setzt Jack Dangermond, Gründer und Präsident von Esri, mit einer Keynote über GIS und vernetzte Geodaten. Mehrere Sessions widmen sich GeoAI: Wie Künstliche Intelligenz räumliche Daten auswertet und Entscheidungen in Verwaltung, Wirtschaft und Infrastruktur stützen kann, zeigen konkrete Anwendungsbeispiele. Digitale Zwillinge und BIM sind weitere Schwerpunkte, mit Projekten aus Stadtentwicklung, Infrastrukturplanung und Genehmigungsverfahren. Das Real Estate Lab verknüpft Geodaten, Immobilienpreise und KI. Auf der Main Stage und im Application Dome treffen technologische Trends auf Umsetzungsbeispiele aus der Praxis. In der Start-up Area und im GeoCampus stellen junge Unternehmen und Forschungseinrichtungen neue Ansätze vor. Einer der auffälligsten Schwerpunkte ist 2026 das Reality Capturing. In Halle C5 entsteht mit dem neuen Reality Capturing Experience Parc ein Bereich, in dem Besucher unterschiedliche Technologien nicht nur sehen, sondern unmittelbar vergleichen können. Mobile Mapping, Laserscanning und Photogrammetrie zeigen dort, wie Gebäude, Infrastruktur oder andere reale Umgebungen digital erfasst und in nutzbare Datenmodelle überführt werden. Praxisdemonstrationen sollen Anwendungen für Bau, Immobilien, Industrie, Verwaltung und Stadtentwicklung sichtbar machen. Ergänzt wird der Bereich durch den Reality Capture Hub und den Application Dome. Damit wird ein technologischer Wandel greifbar. Die eigentliche Frage lautet heute nicht mehr, wie viele Daten sich erfassen lassen. Entscheidend ist, wie schnell und zuverlässig daraus Informationen entstehen, die sich für Planung, Betrieb oder Entscheidungen tatsächlich nutzen lassen.
KI verändert die Arbeit mit Geodaten
Künstliche Intelligenz gehört zu den großen Themen der Conference. Mehrere Programmpunkte beschäftigen sich mit GeoAI und der Frage, wie KI räumliche Zusammenhänge erkennen und aus großen Geodatenbeständen neue Erkenntnisse gewinnen kann. Die Anwendungen reichen von Fernerkundung und Infrastruktur bis zu Verwaltung und kommunaler Planung. Es geht dabei um technische Möglichkeiten und konkrete Praxisbeispiele. Gerade für Behörden und Unternehmen wird diese Verbindung interessant. Geodaten liegen vielerorts bereits in großen Mengen vor. KI kann helfen, Veränderungen automatisiert zu erkennen, Informationen miteinander zu verknüpfen oder Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Entscheidend bleibt allerdings, wie zuverlässig solche Systeme arbeiten und wie gut sie sich in bestehende Prozesse integrieren lassen.
Jack Dangermond eröffnet die Zukunftsthemen
Die Eröffnung der INTERGEO Conference und die Keynotes sind 2026 erstmals für alle Ticketinhaber zugänglich, nicht mehr nur für Konferenzgäste. Zu den Höhepunkten gehört die Keynote von Jack Dangermond, Gründer und Präsident von Esri. Unter dem Titel „GIS – Creating a More Intelligent World" zeigt er, wie Geoinformationssysteme bei Entscheidungen rund um Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Resilienz eingesetzt werden können. Das ist Teil eines weiterentwickelten Veranstaltungskonzepts: Messe und Konferenz sollen stärker ineinandergreifen.
Digitale Zwillinge treffen auf BIM und Infrastruktur
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf digitalen Zwillingen. Virtuelle Abbilder von Städten, Gebäuden oder Infrastrukturen führen Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammen und unterstützen damit Planung, Simulation und Betrieb. Auf der INTERGEO werden diese Ansätze unter anderem mit BIM und GIS verbunden. Konferenzsessions beschäftigen sich beispielsweise mit digitalen Zwillingen für Infrastruktur, der Verbindung von BIM und Geoinformationssystemen sowie digitalen Bauanträgen. Damit rücken bislang häufig getrennte Datenwelten enger zusammen. Für Bauwirtschaft und öffentliche Verwaltung kann das relevant werden, wenn Informationen nicht mehrfach erfasst werden müssen und Planungs- und Genehmigungsprozesse stärker digital ineinandergreifen.
Immobilienwirtschaft entdeckt Geodaten neu
Auch das Real Estate Lab kehrt 2026 mit erweitertem Konzept zurück. Das Format bringt Geoinformation, Immobilienwirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Geodaten zur strategischen Grundlage für Immobilienentscheidungen werden können. Das Programm behandelt die Verbindung von Geodaten und Kaufpreisen sowie den Einfluss von Umwelt- und Standortinformationen auf Immobilienwerte. Am 16. September ist das Vormittagsprogramm erstmals für alle Conference-Teilnehmer geöffnet. Geodaten sind damit längst nicht mehr auf klassische Vermessungsaufgaben beschränkt. Sie werden zur wirtschaftlichen Ressource: für Investitionen, Standortanalysen, Immobilienbewertungen.
Drei Tage für die Geo-Branche
Die INTERGEO 2026 findet vom 15. bis 17. September in der Messe München statt. Die Expo ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet und erstreckt sich über die Hallen B5, B6, C5 und C6. Wer nach München kommt, trifft auf eine Branche, deren Technologien zunehmend auch außerhalb der klassischen Geodäsie relevant werden. KI, digitale Zwillinge, Reality Capturing und Erdbeobachtung liefern Daten für Bauprojekte, Städte, Immobilien, Infrastruktur und öffentliche Verwaltung. 2026 dürfte deshalb weniger die Frage im Mittelpunkt stehen, was technisch grundsätzlich möglich ist. Interessanter wird sein, welche Anwendungen bereits so weit entwickelt sind, dass sie im Arbeitsalltag tatsächlich Zeit sparen, Prozesse verbessern und Entscheidungen auf eine bessere Grundlage stellen.