Fortgeschrittene Metallverarbeitung für europäische Industrien
Interview mit Miklós Bognár, Geschäftsführer von Bognár és Társa Kft.
Metallverarbeitende Unternehmen müssen heute technologisches Fachwissen mit Flexibilität und langfristigen Partnerschaften kombinieren, um auf internationalen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben. Bognár és Társa Kft., ein ungarisches Familienunternehmen mit Sitz in Szolnok, hat sich über mehr als vier Jahrzehnte zu einem vielseitigen Fertigungspartner für europäische Industrien entwickelt. In diesem Interview spricht Geschäftsführer Miklós Bognár über die Entwicklung des Unternehmens, seine breiten technologischen Fähigkeiten – von der Blech- und Rohrverarbeitung bis hin zu Schweißen und Montage – und wie Diversifikation und kontinuierliche Investitionen dem Unternehmen helfen, unsichere Märkte zu navigieren.
European Business: Herr Bognár, Ihr Unternehmen hat eine lange Geschichte. Wie hat alles begonnen?
Miklós Bognár: Das Unternehmen wurde 1981 von meinem Vater gegründet und arbeitete anfangs in der Garage unseres Familienhauses, hauptsächlich in der Metallverarbeitung und Schlosserei. 1993 kauften wir unser erstes Industriegelände in Szolnok und begannen mit dem Export. Ein wichtiger Meilenstein war der Umzug an unseren heutigen Standort im Jahr 2003, eine ehemalige Küchenmöbelfabrik, die wir nach und nach erweiterten. Heute umfasst unser Gelände etwa 6,5 ha mit ungefähr 15.000 m2 Produktionshallen, und wir fügen gerade ein weiteres Gebäude hinzu.
European Business: Wie hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren entwickelt?
Miklós Bognár: Das Wachstum war stetig. Bis 2016 waren unsere Einrichtungen bereits voll ausgelastet, daher bauten wir eine neue Halle und erweiterten weiter. 2021 eröffneten wir eine 2.200 m2 große Rohrbearbeitungsanlage und 2023 eine 1.200 m2 große Schweißhalle. Derzeit bauen wir ein weiteres 1.200 m2 großes Lager für Rohmaterialien.
European Business: Wie ist das Unternehmen heute strukturiert?
Miklós Bognár: Mit der gesamten Produktion in Szolnok beschäftigt das Unternehmen etwa 135 Personen und erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von etwa 15 Millionen Euro. Selbst in schwierigen Zeiten wie der Pandemie oder der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheit war es uns sehr wichtig, unsere Belegschaft stabil zu halten.
European Business: Welche Herausforderungen prägen derzeit Ihren Markt?
Miklós Bognár: Die größte Herausforderung ist die mangelnde Vorhersehbarkeit. Früher hatten wir oft Prognosen für ein oder zwei Jahre; heute ist die Sicht oft nur auf etwa sechs Monate begrenzt. Deshalb planen wir vorsichtiger, während wir weiterhin in Effizienz und Technologie investieren.
Wirtschaftsforum: Wie wichtig ist die Digitalisierung für Ihr Unternehmen?
Miklós Bognár: Sie spielt eine immer wichtigere Rolle. Wir nutzen bereits ein ERP-System und führen derzeit zusätzliche Produktionsunterstützungssoftware ein, um die Transparenz des Arbeitsablaufs und die Produktionsplanung zu verbessern.
European Business: Der Export ist seit langem eine wichtige Säule Ihres Unternehmens. Wie hat sich das entwickelt?
Miklós Bognár: Unsere Exportaktivitäten begannen 1993 mit einem deutschen Partner in der Nähe von Stuttgart, eine Partnerschaft, die auch heute noch besteht. Seitdem haben wir uns in ganz Europa ausgebreitet. Ungefähr 80% unserer Produktion wird exportiert, hauptsächlich nach Westeuropa, einschließlich Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Skandinavien. Etwa 20% werden an multinationale Unternehmen geliefert, die in Ungarn tätig sind.
European Business: Ihre technologischen Fähigkeiten sind recht breit gefächert. Was sind Ihre Kernkompetenzen in der Produktion?
Miklós Bognár: Unser Ziel ist es, vollständige Komponenten intern herzustellen und einfache, mittlere und komplexe Teile zu produzieren. In der Blechbearbeitung betreiben wir fünf Flachbett-Laserschneider, zehn Abkantpressen und zwei Roboterbiegezellen sowie Stanztechnologie. Die Verarbeitung von Rohren und Hohlprofilen ist zu einer zunehmend wichtigen Säule unseres Unternehmens geworden, mit drei Rohrlasern und sechs CNC-Rohrbiegemaschinen. Darüber hinaus bieten wir die Bearbeitung von gedrehten und gefrästen Teilen und größere Bearbeitungszentren für die Fertigstellung geschweißter Produkte an. Das Schweißen selbst ist ein weiterer wichtiger Bereich mit neun Robotern und etwa 30 qualifizierten Schweißern, einschließlich eines Laser-Arc-Hybrid-Schweißroboters. Wir bieten auch Pulverbeschichtung und Endmontage an – in einigen Fällen sogar komplette Produkte wie montierte Forstkräne. Zusätzlich unterstützen wir die Kunden bereits in der frühen Phase der Produktentwicklung, um Konstruktionen für eine effiziente Fertigung zu optimieren.
European Business: In welchen Branchen sind Sie hauptsächlich tätig?
Miklós Bognár: Wir bedienen absichtlich mehrere Sektoren, um Marktschwankungen auszugleichen. Unsere Komponenten werden in der Land- und Forstwirtschaft, bei Autotransportanhängern, automatisierten Lagersystemen und Werkstattausrüstungen wie Werkzeugwagen verwendet. Wir stellen auch Teile für Spezialmaschinen wie Pistenraupen und Kleinserienmaschinen für Nischenmärkte her und dringen zunehmend in Bereiche wie Energie und Medizintechnik vor.
European Business: Was motiviert Sie persönlich, das Unternehmen voranzubringen?
Miklós Bognár: Meine Motivation besteht darin, die Zukunft des Unternehmens für die nächsten Generationen und für die Familien, die darauf angewiesen sind, zu sichern. Gleichzeitig möchte ich die Werte meines Vaters weiterführen: langfristige Partnerschaften, kontinuierliche technologische Investitionen und respektvolle Zusammenarbeit mit Mitarbeitern und Kunden.