Eine Klasse für sich

Interview mit Anita Gödiker, CEO der Satellite Office GmbH

Anita Gödiker, CEO der Satellite Office GmbH
Anita Gödiker, CEO der Satellite Office GmbH

KUD15 Gloria Berlin, Piazza Cordusio in Mailand, Hotel de Banque in Genf, Haus Gryffenberg in Zürich, Villa Goethe und Ludwigpalais in München, Gutruf Haus Neuer Wall in Hamburg, Villa Sander in Frankfurt, Giradet Haus in Düsseldorf auf der Königsallee – feinste Immobilien in den exklusiven Lagen attraktiver Wirtschaftsmetropolen. Genau hier findet man die Standorte der Satellite Office GmbH. Weil es eine Frage der Philosophie ist. Und der Haltung.

Wirtschaftsforum: Frau Gödiker, Sie sind CEO und Gründerin von Satellite Office, dem deutschen Marktführer im Bereich Premium-Business-, Coworking- und Conference-Center, eine erfolgreiche Unternehmerin, aber auch eine Visionärin, die mit großer Leidenschaft und Begeisterung Ideen entwickelt und umsetzt. Können Sie kurz die Entwicklung von Satellite Office skizzieren? 

Anita Gödiker: Als ich das Unternehmen 1997 gründete, gab es den Begriff des Co-Workings noch gar nicht; ich war der Zeit mit meiner Idee mehr als zehn Jahre vo­raus, hatte etwas völlig Neues vor und musste für die Realisierung, zum Beispiel bei Banken, kämpfen. Aber, ich habe für meine Idee gebrannt, habe nicht losgelassen und sie am Ende umgesetzt und weiterentwickelt. Aus Krisen, wie wir sie im Jahr 2000 mit dem Untergang der New Economy erlebten, sind wir gestärkt hervorgegangen – weil wir durchgehalten haben und mit großer Klarheit unseren Weg weitergegangen sind. 

Satellite Office GmbH KUD 15 Gloria Berlin
Exklusive Immobilien in erstklassiger Lage attraktiver Metropolen sowie stilvolle Inneneinrichtungen sind Markenzeichen der Premium Workspaces
Satellite Office GmbH KUD 15 Gloria Berlin
Satellite Office GmbH KUD 15 Gloria Berlin
Satellite Office GmbH KUD 15 Gloria Berlin

Wirtschaftsforum: Satellite Office ist ein Berliner Unternehmen, das heute international unterwegs ist und unter dem Dach der Schweizer Swiss Office AG agiert. Wie kam es dazu? 

Anita Gödiker: Die Entscheidung, vor zehn Jahren in die Schweiz zu gehen, war eine der besten überhaupt. Ich habe zu der Zeit bereits Veränderungen in Europa beobachtet, wollte einen sicheren Hafen für mein Unternehmen und habe diesen in der Schweiz gefunden. Die Gründung meiner eigenen Aktiengesellschaft war ein Meilenstein und ebnete den Boden für weiteres Wachstum. In der Schweiz, aber auch in Italien erlebe ich eine ganz andere Dynamik als in Deutschland, wo wir meiner Meinung nach zu viel reden und zu wenig handeln. Ich vergleiche die Situation in Deutschland gerne mit einem in die Jahre gekommenen Luxusauto, an dem sich viele über Jahrzehnte erfreut haben, das aber nicht weiterentwickelt wurde und deshalb den Anschluss verpasst hat. 

Wirtschaftsforum: Sie sind eine Macherin. Was genau ist Ihre Vision oder Philosophie hinter Satellite Office?

Anita Gödker: Anders als viele Start-ups haben wir uns nicht für die Masse entschieden, sondern für Exklusivität, für höchste Qualität an den edelsten Adressen. Sie stehen für Luxus, aber nicht im eigentlichen Sinn. Luxus ist für mich eine Haltung und hat mit Respekt, mit tiefer, ehrlicher Wertschätzung zu tun. Das spiegelt sich nicht nur in der Auswahl der Immobilien wider, bei denen es sich oft um denkmalgeschützte historische Gebäude handelt, sondern auch in den Materialien. Mit pureSilent habe ich ein preisgekröntes, ganzheitliches Raumkonzept entwickelt, bei dem puristisches Design auf erstklassige Ausstattung trifft. Diese Kombination tut Menschen gut. Unsere Premium Workspaces lenken nicht ab, sondern bieten perfekte Bedingungen für volle Konzentration und Fokus.

Satellite Office GmbH  Opernplatz Frankfurt am Main
Die Workspaces sind mehr als schöne Räume zum Arbeiten; hier entstehen neue Ideen und Verbindungen
Satellite Office GmbH  Opernplatz Frankfurt am Main
Satellite Office GmbH  Opernplatz Frankfurt am Main
Satellite Office GmbH  Opernplatz Frankfurt am Main

Wirtschaftsforum: Können Sie das Konzept näher beschreiben? 

Anita Gödiker: pureSilent entstand in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen, mit Experten für Licht, Farbe und Akustik. In einer Welt, in der es oft zu hektisch, zu laut, zu bunt zugeht, setzen wir auf den bewussten, sorgfältigen Umgang mit den Sinnen. Uns geht es um mehr als schöne Räume, wir wollen mit unseren Räumen, Ruhe und Konzentration fördern. Als wir das Konzept erstmals am Frankfurter Opernplatz umgesetzt haben, wurde es direkt mit dem Iconic Award für Innovationen ausgezeichnet. Es kommt so gut an, dass wir mit Wartelisten arbeiten.

Wirtschaftsforum: Satellite Office beschäftigt heute an 15 Standorten rund 100 Mitarbeiter, setzt 50 Millionen EUR um und zählt Spitzensportler, namhafte Unternehmen wie McKinsey, Allianz, Deloitte, Four Seasons und Rolex zu seinen Kunden. Der Unternehmenserfolg ist eng mit Ihnen als Person verbunden. Was machen Sie anders als andere? 

Anita Gödiker: Um voranzukommen, sind außer einem guten Produkt Klarheit, Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit Menschen zu begeistern entscheidend. Ich habe das Unternehmen gegen viele Widerstände von null aufgebaut, es aus eigener Kraft finanziert und bin damit gerade für junge Frauen eine Art Role Model geworden. Ohne meine positive Grundhaltung, meine Energie und meine Lebensfreude wäre ich nicht so weit gekommen. Dabei geht es mir nicht allein um wirtschaftlichen Erfolg; als Unternehmerin nehme ich meine soziale Verantwortung sehr ernst und engagiere mich in sozialen Projekten wie dem Verein ‘Innocence in danger’. Zudem unterstütze ich Künstler und Musiker. Mein Wertesystem ist geprägt von Respekt vor dem Menschen. Dieser Respekt prägt mein gesamtes unternehmerisches und privates Handeln.

Satellite Office GmbH Dachterasse Gryffenberg
Besondere Orte der Begegnung, Inspiration und Ruhe – ­Satellite Offices
Satellite Office GmbH Dachterasse Gryffenberg
Satellite Office GmbH Dachterasse Gryffenberg
Satellite Office GmbH Dachterasse Gryffenberg

Wirtschaftsforum: Wie soll es für Satellite Office in Zukunft weitergehen? 

Anita Gödiker: Wir wollen in Europa weiter wachsen, in Mailand und München sind konkrete Standorte geplant, Spanien mit Städten wir Madrid und Palma de Mallorca bietet spannende Perspektiven, Genf ebenso. Um zu expandieren, müssen wir unsere Mitarbeiter mitnehmen und auf hohem Niveau netzwerken. Ein perfektes Beispiel dafür ist der Lady Sushi Lunch. Wie immer geht es uns auch hier darum, den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen. Wie immer blicken wir positiv nach vorn, sehen Herausforderungen wie die überbordende Bürokratie, vor allem aber Chancen. 

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