Frauen im Business beim OMR 2026: Sichtbarer denn je – Aber immer noch nicht wirklich gleichberechtigt

Meredith Whittaker
Meredith Whittaker

Das OMR Festival 2026 setzte dieses Jahr ein starkes Signal: 50% der Redner des Festivals waren Frauen. In einer Branche, die seit Jahren von männlichen Stimmen dominiert wird, ist dies weit mehr als nur eine Statistik. Es stellt eine sichtbare Veränderung dar – und hebt gleichzeitig hervor, wie viel Arbeit noch zu erledigen ist. Denn insbesondere auf der Conference Stage, der Hauptbühne des Festivals, dominierten Männer immer noch deutlich. Die wichtigen Keynotes über Technik, KI, Politik, Finanzen und die Zukunft des digitalen Geschäfts wurden immer noch größtenteils von Männern geleitet. Doch OMR 2026 zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Frauen inzwischen in den Bereichen Wirtschaft, Medien, Unternehmertum und Markenführung geworden sind.

Heidi Klum
Heidi Klum

Was am meisten auffiel, war die Vielfalt der weiblichen Perspektiven. Frauen waren nicht mehr nur in speziellen 'Frauenförderungs'-Panels vertreten, sondern prägten aktiv die Gespräche über wichtige wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen.

Eines der bekanntesten Beispiele war Heidi Klum. Ihr Auftritt ging weit über einen typischen Prominenten-Auftritt hinaus. Klum zeigte, wie eine persönliche Marke über Jahrzehnte aufgebaut und durch langfristige Partnerschaften, Medienformate und internationale Sichtbarkeit in ein globales Geschäftsökosystem verwandelt werden kann. Insbesondere für weibliche Unternehmerinnen lieferte ihr Auftritt eine wichtige Lektion: Moderne Marken werden nicht mehr nur durch Produkte aufgebaut, sondern durch Persönlichkeit, Beständigkeit und Authentizität.

Kelly Blair
Kelly Blair

Keily Blair zog ebenfalls große Aufmerksamkeit auf sich. Die Tatsache, dass die CEO einer Plattform wie OnlyFans bei einer der führenden digitalen und Marketingkonferenzen Europas vertreten war, zeigt, wie dramatisch sich Geschäftsmodelle und öffentliche Wahrnehmung entwickelt haben. Blair repräsentiert eine neue Generation weiblicher Führungskräfte, die Plattformökonomien, Kreativunternehmen und gemeinschaftsgetriebene Monetarisierung neu definieren.

Barbara Meier
Barbara Meier

Der wachsende Einfluss von Frauen in der Creator-Wirtschaft war ein weiteres Schlüsselthema. Persönlichkeiten wie Esra Karakaya, Gizem Celik und Celia Parbey zeigten auf, dass Sichtbarkeit heute nicht mehr von traditionellen Medieneinrichtungen abhängt. Das Publikum wird zunehmend unabhängig durch Plattformen, Gemeinschaften und authentisches Erzählen aufgebaut. Für junge Unternehmerinnen sendet dies eine kraftvolle Botschaft: Einflussnahme erfordert heute Glaubwürdigkeit und Beständigkeit mehr als Zugang zu traditionellen Medien.

Andrea Petkovic
Andrea Petkovic
Lea Sophie Cramer
Lea Sophie Cramer
Lola Weippert
Lola Weippert

Mit Lea-Sophie Cramer war eine der bekanntesten weiblichen Gründerinnen Deutschlands ebenfalls Teil des Festivals. Sie ist zu einem Symbol für modernes weibliches Unternehmertum in Deutschland geworden und zeigt, dass Frauen nicht länger Ausnahmen im Startup-Ökosystem sind, sondern aktive Treiber der wirtschaftlichen Innovation. Dennoch bleibt die Gesamtzahl der weiblichen Gründerinnen in Deutschland – insbesondere im Technologiebereich – vergleichsweise gering. Das macht sichtbare Vorbilder auf großen Bühnen umso wichtiger.

Frauen aus den Bereichen Medien, Kommunikation und Unternehmensführung spielten ebenfalls eine prägende Rolle während der gesamten Veranstaltung. Britta Behrens, Anne-Kathrin Gerstlauer und Nina Poppel stehen exemplarisch für einen breiteren Wandel, der zunehmend sichtbar wird: Frauen übernehmen strategische Führungspositionen und gestalten aktiv die Transformation, Kommunikation und Markenentwicklung innerhalb von Unternehmen.

Julia Becker
Julia Becker
Dr. Mai Thi Nguyen-Kim
Dr. Mai Thi Nguyen-Kim

Letztendlich hat OMR 2026 eines sehr deutlich gemacht: Frauen sind nun in fast jedem Sektor der Wirtschaft sichtbar - von Bankwesen und KI bis hin zur Kreativwirtschaft, Medien und Plattformunternehmen. Dennoch bleibt die Verteilung des Einflusses ungleich. Die Hauptgespräche über künstliche Intelligenz, digitale Infrastruktur und geopolitische Technologiestrategien waren immer noch weitgehend von Männern dominiert. Dies zeigt, dass alleinige Sichtbarkeit nicht automatisch eine ausgewogene Repräsentation bedeutet.

Eva Schulz
Eva Schulz
Kate Conger
Kate Conger

Eines der wichtigsten Ergebnisse des OMR 2026 ist daher folgendes: Vielfalt geht nicht nur um Zahlen, sondern um Einfluss. Die entscheidende Frage ist nicht nur, wie viele Frauen auf der Bühne stehen, sondern zu welchen Themen sie führen dürfen.

Saruul Krause-Jentsch
Saruul Krause-Jentsch
Bridget Evans
Bridget Evans
Verena Pausder
Verena Pausder

Gleichzeitig sendete das Festival eine klare Botschaft, dass sich sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft verändern. Weibliche Unternehmerinnen, Kreativschaffende und Führungskräfte prägen zunehmend die Industrien der Zukunft – mit neuen Geschäftsmodellen, neuen Kommunikationsstilen und einer deutlich stärkeren internationalen Sichtbarkeit als noch vor wenigen Jahren. Unternehmen, die Frauen in Führungspositionen lediglich als Diversity-Thema betrachten, unterschätzen ihren tatsächlichen Einfluss auf Innovation, Reichweite und Wachstum. Das OMR 2026 machte diese Transformation sichtbar.

Celine Behringer
Celine Behringer

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