Die Feine Linie: Exzellenz Abwägen
Interview mit Martin Schkrobol, Geschäftsführer
Manchmal entwickelt sich ein Unternehmen als logische Konsequenz aus dem Scheitern eines anderen. Das war der Fall bei der HUZAP GmbH in Hennef, der Stadt des Maßanfertigung. Nachdem ein großer Marktteilnehmer geschlossen hatte, entschied sich der ehemalige Mitarbeiter Martin Schkrobol mit zwei Partnern für einen Neuanfang und daraus Unternehmensfehler zu lernen. Sie waren erfolgreich, und heute ist HUZAP ein wichtiger Akteur im Bereich der Verpackungstechnik und Anlagenbau.
„Wir haben 2002 die regionale Expertise im Bau von Waagen übernommen und bieten nun seit über 20 Jahren Lösungen für die Handhabung von Schüttgütern an,“ sagt Geschäftsführer Martin Schkrobol. „Unsere Maschinen und komplexen Systeme zum Wiegen und Abfüllen werden in der Kunststoff-, Gummi-, Chemie- und Lebensmittelindustrie eingesetzt.“ Neben HUZAP in Hennef gibt es eine unabhängige HUZAP-Firma in Polen, mit der eng zusammengearbeitet wird. „Hier in Deutschland haben wir unsere Abteilungen für Verkauf, Fachwissen, Projektmanagement und Elektrotechnik, während die Technologieabteilung in Polen sich um die Herstellung kümmert, die wir dann montieren und an unsere Kunden versenden,“ erklärt Martin Schkrobol. Beide Standorte haben jeweils 25 Mitarbeiter, und in Deutschland beträgt der Umsatz von HUZAP 5 bis 6 Millionen EUR, mit steigender Tendenz.
Es liegt alles im Rezept
„Wir blicken immer in die Zukunft, daher kam die Expansion nicht aus heiterem Himmel,“ sagt Martin Schkrobol. „Wir wollen mehr Arbeitsplätze im Bau- und Vertriebsbereich schaffen. Das führt natürlich zur weiteren Entwicklung. Mein Sohn, ein diplomierter Wirtschaftsingenieur, ist vor fünf Jahren ins Unternehmen eingetreten und unterstützt uns jetzt stark im Vertrieb, sodass wir nun einen zweigleisigen Ansatz verfolgen.“ Der direkte Kontakt zu den Kunden ist besonders wichtig für HUZAP, wenn es darum geht, die richtigen Lösungen zu finden. „Wir sind kein Unternehmen, das einfach etwas entwickelt; wir schauen immer auf die Bedürfnisse unserer Kunden und entwickeln dann gemeinsam eine Lösung,“ fügt Martin Schkrobol hinzu. „Im Anlagenbau sind wir zum Beispiel im Bereich der PVC-Verarbeitung sehr stark, wie bei Kunststofffenstern, Profilen oder Fußleisten und Kabelkanälen. Ständig kommen neue Formulierungen hinzu und wir entwickeln die passenden Anlagen. Also sind dies Rezeptmaßstäbe im Anlagenbau. Ein Rezept wird erstellt. Dieser Prozess ist vergleichbar mit dem Backen von Brot in einer Bäckerei. Genau das passiert in der PVC-Industrie.“ Die Kautschukindustrie ist neben der PVC-Verarbeitung ein weiterer wichtiger Bereich des Anlagenbaus. Huzap liefert für diesen Sektor Spezialanlagen an Kautschukhersteller, die genau nach Kundenwünschen als maßgeschneiderte Lösungen für bestehende Produktionsprozesse gebaut werden. „Unser Fokus in diesem Bereich liegt eindeutig auf kundenspezifischem Anlagenbau und prozessorientierter Unterstützung für Kautschukhersteller,“ stellt Martin Schkrobol fest.
Die perfekte Passform
In der PVC-Branche entwickelt sich die Stein-Kunststoff-Compoundierung besonders gut, die zunehmend Laminatböden auf dem Markt ersetzt. HUZAP hat in diesem Segment bereits komplette Produktionslinien an mehrere Kunden geliefert. Derzeit besteht eine hohe Nachfrage nach Modifikationen und Umbauten bestehender Produktionslinien.