Europas Schienengüterverkehr: Logistiklösungen entlang wichtiger Verkehrskorridore

Interview mit András Riegler, CEO

Kraft auf den Schienen: Moderne Lokomotiven bilden das Rückgrat der Schienengüterverkehrsoperationen von GYSEV CARGO
Kraft auf den Schienen: Moderne Lokomotiven bilden das Rückgrat der Schienengüterverkehrsoperationen von GYSEV CARGO

Effiziente Logistik ist ein Eckpfeiler moderner Volkswirtschaften, insbesondere beim Transport von Waren über Grenzen hinweg. Im internationalen Schienengüterverkehrssektor müssen Unternehmen Effizienz mit starken Netzwerken und strategischer Vision kombinieren – hier positioniert sich GYSEV CARGO Zrt. Aufbauend auf einer langen Eisenbahntradition und der Erweiterung von Logistikdienstleistungen, verbindet das Unternehmen wichtige Industrieregionen und Verkehrskorridore in ganz Europa. In diesem Interview bespricht CEO András Riegler die sich wandelnden Dynamiken des Schienengüterverkehrsmarktes, die Rolle des intermodalen Transports und die Prioritäten, die die Zukunft des Unternehmens formen.

European Business: Herr Riegler, GYSEV CARGO ist im europäischen Schienengüterverkehrssektor tätig. Könnten Sie das Unternehmen kurz vorstellen?

András Riegler: GYSEV CARGO ist ein Eisenbahnlogistikunternehmen mit Sitz in Sopron, Ungarn. Unsere Wurzeln reichen bis ins Jahr 1872 zurück, somit sind wir Teil einer langen Eisenbahntradition in der Region. Heute konzentrieren wir uns auf den internationalen Schienengütertransport und bieten Logistiklösungen in mehreren europäischen Märkten an. Wir verbinden langjährige Eisenbahnexpertise mit modernen Logistiklösungen für Industriekunden in ganz Europa.

András Riegler, CEO
András Riegler, CEO von GYSEV CARGO Zrt.

European Business: Wie ist das Unternehmen heute strukturiert?

András Riegler: GYSEV CARGO ist Teil der GYSEV-Gruppe, einer Eisenbahngesellschaft mit starken historischen Verbindungen zur staatlichen Eisenbahninfrastruktur und operiert international. Zusätzlich zu unserem Hauptsitz in Ungarn haben wir Tochtergesellschaften und Aktivitäten in mehreren Ländern, einschließlich Österreich sowie einem Standort in Rumänien. Diese internationale Struktur erlaubt uns, grenzüberschreitenden Transport effizient zu organisieren und Kunden entlang wichtiger mittel- und osteuropäischer Frachtkorridore zu bedienen. 

European Business: Welche Dienstleistungen bieten Sie Ihren Kunden an?

András Riegler: Unser Kerngeschäft ist der Schienengüterverkehr. Dies umfasst sowohl konventionellen Wagenladungsverkehr als auch kombinierte Transportlösungen. Wir verknüpfen Schienendienste mit zusätzlichen logistischen Aktivitäten und entwickeln maßgeschneiderte Lösungen gemeinsam mit unseren Kunden. Darüber hinaus betreiben wir eigene Logistikeinrichtungen und Terminals, zum Beispiel in Sopron und Debrecen, die als wichtige Knotenpunkte für die Abwicklung und Koordination internationaler Frachtströme entlang der Transportkette fungieren.

Effiziente Logistikinfrastruktur: In seinen Einrichtungen in Sopron koordiniert und bearbeitet GYSEV CARGO Frachtströme, die Waren zuverlässig über internationale Transportkorridore bewegen
Effiziente Logistikinfrastruktur: In seinen Einrichtungen in Sopron koordiniert und bearbeitet GYSEV CARGO Frachtströme, die Waren zuverlässig über internationale Transportkorridore bewegen
Fracht in Bewegung: GYSEV CARGO Züge halten industrielle Lieferketten am Laufen, verbinden Produktionsstätten, Logistikzentren und internationale Märkte
Fracht in Bewegung: GYSEV CARGO Züge halten industrielle Lieferketten am Laufen, verbinden Produktionsstätten, Logistikzentren und internationale Märkte

European Business: Welche Rolle spielt der intermodale Verkehr für Ihr Unternehmen?

András Riegler: Der intermodale Verkehr hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Früher bestanden etwa 75% unseres Geschäfts aus konventionellem Transport und etwa 25% aus kombinierten Lösungen. Heute wächst das intermodale Segment weiter, da viele Kunden flexible Logistikkonzepte benötigen, die Schiene, Straße und andere Transportlösungen kombinieren.

European Business: Wie beurteilen Sie die aktuelle Marktsituation im Schienengüterverkehr?

András Riegler: Das Marktumfeld ist derzeit recht herausfordernd. Mehrere Branchen, insbesondere der Automobilsektor, produzieren weniger, was sich direkt auf die Transportvolumina auswirkt. Gleichzeitig stehen wir vor starker Konkurrenz und steigenden Kosten, was bedeutet, dass Effizienz und zuverlässige Logistiknetzwerke wichtiger denn je sind.

Logistikzentrum von oben: Das Containerterminal in Sopron spielt eine Schlüsselrolle bei der Koordinierung des Schienengüterverkehrs und des intermodalen Transports entlang wichtiger europäischer Routen
Logistikzentrum von oben: Das Containerterminal in Sopron spielt eine Schlüsselrolle bei der Koordinierung des Schienengüterverkehrs und des intermodalen Transports entlang wichtiger europäischer Routen

European Business: Wie wichtig sind Partnerschaften und Kooperationen in diesem Umfeld?

András Riegler: Kooperation ist ein Schlüsselfaktor für unseren Erfolg. Die Logistik ist eine stark vernetzte Branche, in der die Zusammenarbeit mit Partnern wesentlich ist. Durch die enge Zusammenarbeit mit anderen Eisenbahnunternehmen, Terminals und Logistikdienstleistern können wir integrierte Lösungen anbieten und komplexe internationale Transportketten effizient verwalten.

European Business: Können Sie einige Schlüsselzahlen des Unternehmens nennen?

András Riegler: GYSEV CARGO beschäftigt rund 227 Personen und erzielt einen jährlichen Umsatz von etwa 57,96 Millionen EUR. Jedes Jahr transportieren wir mehrere Millionen Tonnen Güter und erreichen eine Transportleistung von mehreren hundert Millionen Tonnenkilometern, was unsere stabile Position auf dem europäischen Schienengütermarkt trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen widerspiegelt. 

Ein wichtiger Schritt in der Transportkette: Am Terminal werden Container zwischen Schiene und Straße umgeschlagen, um internationale Lieferketten in Bewegung zu halten
Ein wichtiger Schritt in der Transportkette: Am Terminal werden Container zwischen Schiene und Straße umgeschlagen, um internationale Lieferketten in Bewegung zu halten

European Business: Welche strategischen Prioritäten setzen Sie für die kommenden Jahre?

András Riegler: Unsere Strategie konzentriert sich darauf, unsere internationalen Aktivitäten zu erweitern und gleichzeitig unsere Logistikdienstleistungen zu stärken. Dies umfasst die Entwicklung von intermodalen Transportlösungen und das Erkunden neuer Projekte in verschiedenen europäischen Märkten. Gleichzeitig bleibt nachhaltige und langfristige Entwicklung ein zentrales Ziel für uns.

European Business: Was motiviert Sie persönlich in Ihrer Rolle?

András Riegler: Was mich am meisten motiviert, ist die dynamische Natur der Logistikbranche. Transport und Infrastruktur sind essentiell für das Funktionieren moderner Volkswirtschaften. Indem wir effiziente und nachhaltige Transportlösungen bereitstellen, tragen wir nicht nur zum Erfolg unserer Kunden bei, sondern auch zur Zukunft des Schienengüterverkehrs in Europa, der eine zunehmend wichtige Rolle bei der nachhaltigen und widerstandsfähigen Gestaltung von Lieferketten spielen wird.

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Manfred Brinkmann, Managing Editor-in-Chief

Manfred Brinkmann

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