Die industrielle Logistik in Bewegung halten

Interview mit Dirk Schröder, Geschäftsführer

Mit mehreren tausend Jumbo-Wechselaufbauten im Einsatz in ganz Europa hat WESTFALIA intralog eine der größten spezialisierten Flotten der Region aufgebaut, die skalierbare Kapazitäten und zuverlässigen Service für Industriekunden ermöglicht
Mit mehreren tausend Jumbo-Wechselaufbauten im Einsatz in ganz Europa hat WESTFALIA intralog eine der größten spezialisierten Flotten der Region aufgebaut, die skalierbare Kapazitäten und zuverlässigen Service für Industriekunden ermöglicht

Industrielle Lieferketten stehen unter zunehmendem Druck, schneller, schlanker und widerstandsfähiger zu werden. Effizienz ist nicht mehr nur ein Wettbewerbsvorteil, sondern eine Notwendigkeit. Eine hochwirksame Antwort liegt in der Entkopplung von Transport und Produktion durch mobile Lagerkonzepte, die Flexibilität auf Werksebene hinzufügen. Hier kommt die WESTFALIA intralog GmbH aus Herford, Deutschland, ins Spiel. Geschäftsführer Dirk Schröder erklärt, wie das Unternehmen die Logistikeffizienz in ganz Europa steigert.

European Business: Herr Schröder, Unternehmen in ganz Europa stehen unter Druck, ihre Lieferketten effizienter und widerstandsfähiger zu gestalten. Wie unterstützt WESTFALIA intralog seine Kunden bei der Erfüllung dieser Anforderungen?

Dirk Schröder: Die Kernidee besteht darin, den Transport von den Produktionsprozessen zu entkoppeln. Indem wir Jumbo-Wechselbrücken als mobile Lagereinheiten verwenden, schaffen wir Flexibilität auf Werkebene und reduzieren die Abhängigkeit von Ladezeiten, Rampenverfügbarkeit oder festen Lagerkapazitäten. Eine Wechselbrücke kann unabhängig auf eigenen Beinen stehen und ohne Verzögerung ausgetauscht werden: wir liefern eine leere Einheit, holen eine beladene ab und bewegen sie direkt zum nächsten Zielort. Oftmals funktioniert die Wechselbrücke auch als temporäres Lager vor Ort. Dies eliminiert Zwischenhandling-Schritte, reduziert den internen Transportaufwand und bietet den Kunden größere Planungssicherheit, insbesondere in Branchen wie Chemikalien und Industrieverpackungen.

Dirk Schröder, Geschäftsführer
Dirk Schröder, Geschäftsführer

European Business: WESTFALIA intralog gilt als einer der führenden Anbieter in dieser Nische in Europa. Wie wichtig sind Größe und Flottenbesitz für Ihre Wettbewerbsposition? 

Dirk Schröder: Die Größenskala ist entscheidend. Wir betreiben mehrere tausend Jumbo-Wechselbrücken in ganz Europa und disponieren täglich etwa 180 Fahrzeuge. Unsere Wechselbrückenflotte ermöglicht es uns, schnell auf Kundenanforderungen zu reagieren und bei Bedarf Kapazitäten bereitzustellen. Gleichzeitig arbeiten wir mit langfristigen Transportpartnern für Fahrzeuge und Fahrer zusammen. Diese Struktur verbindet Vermögensstärke mit operativer Flexibilität.

Indem es seinen eigenen Wechselbrücken-Fuhrpark mit langfristigen Transportpartnern kombiniert, bietet das Unternehmen Flexibilität, Zuverlässigkeit und Planungssicherheit für Industriekunden
Indem es seinen eigenen Wechselbrücken-Fuhrpark mit langfristigen Transportpartnern kombiniert, bietet das Unternehmen Flexibilität, Zuverlässigkeit und Planungssicherheit für Industriekunden

European Business: Welche Rolle spielt die Digitalisierung in Ihren Betriebsabläufen?

Dirk Schröder: Eine bedeutende. Alle unsere Wechselbrücken sind GPS-überwacht, was vollständige Transparenz über Standort und Verfügbarkeit bietet. Das digitale Dokumentenmanagement beschleunigt Prozesse wie den Liefernachweis und die Rechnungsstellung. Die Digitalisierung dient bei uns jedoch nicht dem Ersatz von Menschen, sondern deren Unterstützung. Sie vereinfacht den täglichen Betrieb und erhöht die Zuverlässigkeit für Kunden.

European Business: Nachhaltigkeit ist zu einem weiteren zentralen Thema geworden.

Dirk Schröder: Wenn immer möglich, integrieren wir intermodale Lösungen, die Straßen- und Schienenverkehr kombinieren. Als Teil der L.I.T. Group profitieren wir auch vom Zugang zu intermodalen Schienenverbindungen, die es uns ermöglichen, die CO2-Emissionen auf ausgewählten Korridoren zu reduzieren. Diese Gruppenstruktur erweitert unsere Fähigkeiten über den reinen Straßentransport hinaus. Darüber hinaus beobachten wir die Entwicklung von Elektro-LKW für den regionalen Betrieb genau. Der Übergang erfordert technologischen Fortschritt und Infrastrukturverbesserungen, ist aber eindeutig Teil unserer langfristigen Strategie.

European Business: Wie bewerten Sie die Marktaussichten für die Zukunft?

Dirk Schröder: Die allgemeine wirtschaftliche Aussicht bleibt etwas unsicher, aber Logistik wird immer wesentlich sein. Güter müssen transportiert werden, unabhängig von den Marktzylken. Unsere Spezialisierung gibt uns Stabilität, weil Kunden, die auf das Wechselkoffersystem setzen, dies langfristig beibehalten. Als Teil einer starken Gruppe, während wir unsere operative Unabhängigkeit beibehalten, bietet ebenfalls Sicherheit. Wir sind vorsichtig optimistisch und konzentrieren uns auf nachhaltiges Wachstum statt auf schnelle Expansion.

"Zuverlässigkeit, Transparenz und langfristige Partnerschaften. Logistik ist ein Geschäft, das auf Vertrauen basiert."

European Business: Wie würden Sie die Unternehmensphilosophie von WESTFALIA intralog zusammenfassen?

Dirk Schröder: Zuverlässigkeit, Transparenz und langfristige Partnerschaften. Logistik ist ein Geschäft, das auf Vertrauen basiert. Unsere Kunden verlassen sich darauf, dass wir ihren Produktionsablauf reibungslos halten. Diese Verantwortung prägt unsere tägliche Arbeit und unsere strategischen Entscheidungen.

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