Bauen heißt in Generationen denken

Interview mit Ricarda Stäbler, Geschäftsführerin der Gottlob Stäbler GmbH + Co. KG

Gottlob Stäbler GmbH + Co. KG Baubranche
In der Baubranche liegt der Erfolg eines Unternehmens in perspektivischem Denken

In der Baubranche liegt der Erfolg eines Unternehmens in perspektivischem Denken, im Vertrauen seiner Kunden und der Loyalität seiner Mitarbeiter begründet. All das kann die Gottlob Stäbler GmbH & Co. KG für sich beanspruchen – und das seit nunmehr 100 Jahren. Mit Ricarda Stäbler trägt nun die 4. Generation die Verantwortung im Familienunternehmen. Mit uns spricht sie über die Entwicklung ihres Unternehmens durch die Jahrzehnte und richtet dabei einen klaren Appell an die Politik.

Die Firma Gottlob Stäbler GmbH & Co. KG ist in den Bereichen Abbruch, Erdarbeiten und Rohbau sowie bedingt auch im Schlüsselfertigbau tätig. „Letzteres allerdings nur, wenn wir auch als Bauträger agieren. Unser Hauptgeschäftsfeld ist der Rohbau“, umreißt Geschäftsführerin Ricarda Stäbler das Leistungsspektrum des Unternehmens, das in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert.

Das Werk von Generationen

Gegründet wurde das Unternehmen, das bis heute im Besitz der Familie Stäbler ist, im Jahr 1924 von Gottlob Stäbler. Seine Urenkelin Ricarda Stäbler verkörpert darin die 4. Generation und führt es heute gemeinsam mit ihrem Vater Kurt Stäbler. „Jede Generation hat auf ihre Weise zum Fortbestehen der Firma beigetragen“, blickt sie zurück. „Mein Urgroßvater als Gründer, mein Großvater, indem er sich das große Grundstück gesichert hat, auf dem wir uns entwickeln konnten, und mein Vater und mein Onkel, die das Unternehmen aus einer wirtschaftlich schwierigen Lage herausführen mussten. Und ich selber möchte dazu beitragen, indem ich das Unternehmen sicher durch die aktuell herausfordernde Zeit bringe.“

Ricarda Stäbler, Geschäftsführerin der Gottlob Stäbler GmbH + Co. KG
Ricarda Stäbler, Geschäftsführerin der Gottlob Stäbler GmbH + Co. KG

In diesem Zuge spricht die Geschäftsführerin auch Klartext in Richtung Politik: „Überall wird nach bezahlbarem Wohnraum gerufen. Die Forderungen, was Neubau oder Sanierungen betrifft, werden aber immer höher, während die Förderung immer geringer wird. Die Baubranche ist wie ein großer Dampfer: Ist er erst einmal zum Stillstand gekommen, kriegt man ihn nicht so schnell wieder flott. Hier wurde vonseiten der Politik, die hauptsächlich die Automobilbranche unterstützt, viel versäumt – mit ernsthaften Konsequenzen, denn ein neues Auto braucht man nicht so sehr wie ein Dach über dem Kopf!“

Treue Kunden, treue Mitarbeiter

Die Gottlob Stäbler GmbH & Co. KG ist in einem Umkreis von circa 40 km um Weil der Stadt herum tätig. „Eigentlich wollten wir das auch so beibehalten“, sagt Ricarda Stäbler. „Inzwischen sind aber auch zwei weitere Firmen hinzugekommen: Zum einen haben wir eine Firma neu gegründet, die sich dem Baustoffrecycling widmet. Zum anderen haben wir zum Jahreswechsel eine Spezialtiefbaufirma übernommen, die in einem Radius bis 300 km um Weil der Stadt aktiv ist.“ Insgesamt hat Stäbler 60 Mitarbeiter und setzt aktuell jährlich 20 Millionen EUR um, wobei der Großteil der Kunden private Auftraggeber sind. „Also vor allem Firmen oder Bauträger“, präzisiert Ricarda Stäbler. Einige dieser Kunden halten dem Unternehmen schon seit Langem die Treue, genau wie auch viele seiner Mitarbeiter: „Bei uns arbeiten Menschen, die schon seit Jahrzehnten bei uns sind. Sie haben eine besondere Verbundenheit mit dem Unternehmen. Unseren Mitarbeitern verdanken wir unseren Erfolg!“

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Manfred Brinkmann

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