Hochleistungskompetenz mit globaler Reichweite
Interview mit Alessandro Zanini, Geschäftsführer
In der hochkompetitiven Welt des Motorsports sind Präzision und Leistung unzertrennlich – und Motorquality S.p.A. hat diese Prinzipien seit über 50 Jahren als Grundlage seines Geschäfts etabliert. Mit Sitz in Sesto San Giovanni bei Mailand kombiniert das Unternehmen spezialisierte Distribution, tiefgreifendes technisches Know-how und ein starkes internationales Netzwerk, um einige der anspruchsvollsten Sektoren in der Mobilitäts- und Rennindustrie zu bedienen. Mit Wurzeln in der italienischen Motorsportkultur und einer zukunftsorientierten Denkweise ist das Unternehmen ein vertrauenswürdiger Partner für Spitzenteams und Hersteller weltweit geworden. An der Spitze steht der Geschäftsführer Alessandro Zanini, der das Unternehmen mit einer klaren Mission vorantreibt: echten Wert durch Ingenieurswissen, vertrauenswürdige Marken und eine praktische Service-Mentalität zu schaffen.
European Business: Herr Zanini, 50 Jahre sind ein bemerkenswertes Jubiläum. Wie hat Motorquality angefangen?
Alessandro Zanini: Die Firma wurde 1976 von unserem Vater gegründet, der selbst Rennfahrer war. Seine enge Freundschaft mit dem Präsidenten von Brembo, Alberto Bombassei, entfachte die Idee. Brembo suchte einen Partner, um seine Motorsportaktivitäten zu verwalten – und so begann es. Anfangs konzentrierten wir uns darauf, Brembo-Motorradprodukte auf Rennstrecken in Italien zu vertreiben und zu warten. Über die Jahre hinweg haben wir weitere Premium-Marken hinzugefügt und uns auf den Automobilsektor ausgeweitet.
European Business: Was ist heute Ihr Kerngeschäft?
Alessandro Zanini: Wir sind ein B2B-Distributor für Hochleistungskomponenten – vor allem Bremsanlagen, Fahrwerke und andere rennsportbezogene Upgrades. Was uns jedoch wirklich auszeichnet, ist unser umfassender technischer Support. Wir bewegen nicht nur Kisten. Wir verfügen über eine eigene F&E-Abteilung mit zehn Ingenieuren und dynamischen Prüfständen, die echte Rennbedingungen simulieren. Unsere Dienstleistungen umfassen maßgeschneidertes Vorrennen-Bremseneinlaufen, um den Teams wertvolle Zeit und Kosten an der Rennstrecke zu sparen.
European Business: Internationalisierung ist ein Schlüsselthema in vielen Branchen. Welche Rolle spielen ausländische Märkte für Ihr Geschäft?
Alessandro Zanini: Seit 2016 haben wir kontinuierlich unsere Reichweite über Italien hinaus erweitert. Wir begannen mit BSA Corse in Deutschland, gefolgt von der Gründung einer Tochtergesellschaft in China, dann einer weiteren in Taiwan. Zuletzt haben wir ein spezialisiertes Unternehmen im Vereinigten Königreich erworben. In jedem dieser Märkte replizieren wir unser bewährtes Modell: Kombination von Premium-Komponentenvertrieb mit herausragender technischer Beratung und Nachverkaufssupport. Diese konsequente Strategie ermöglicht es uns, unsere internationalen Kunden mit den gleichen hohen Standards zu bedienen, die sie von uns zu Hause erwarten.
European Business: Wie bewerben Sie Ihre Marke in einem solchen Nischensektor?
Alessandro Zanini: Messen spielen nach wie vor eine wichtige Rolle – insbesondere die EICMA in Mailand und Veranstaltungen in Chongqing für den asiatischen Motorradmarkt. Gleichzeitig legen wir mehr Wert auf inhaltsgetriebenes Marketing. Anstatt auf herkömmliche Werbung zu setzen, arbeiten wir mit Fachpublikationen an redaktionellen Beiträgen zusammen, die oft auf unseren eigenen technischen Tests und Daten basieren. In den sozialen Medien posten wir regelmäßig Videos, die technische Produktunterschiede erklären oder reale Anwendungen demonstrieren. Unser Zielpublikum besteht aus sachkundigen Enthusiasten – und sie schätzen wirklich informative, technisch fundierte Inhalte.
European Business: Der Vertriebsmarkt ist sehr wettbewerbsintensiv. Was hebt Motorquality von anderen Akteuren in der Branche ab?
Alessandro Zanini: Was uns wirklich auszeichnet, ist unser doppelter Fokus auf hochwertige Motorsportkomponenten und technisches Know-how. Wir sind nicht nur ein Logistikpartner; wir sind ein strategischer Verbündeter unserer Kunden. Viele Distributoren beschränken sich auf die Produktlieferung, aber wir bieten eingehende Beratung, Unterstützung bei Homologationsverfahren und maßgeschneiderte technische Lösungen. Dank unserer direkten Beziehungen zu Herstellern und jahrzehntelanger praktischer Rennerfahrung sprechen wir die gleiche Sprache wie unsere Kunden – ob Ingenieure, Mechaniker oder Teammanager. Das schafft Vertrauen und Loyalität, die man allein mit Preiskonkurrenz nicht erreichen kann.
European Business: Wie hat sich das Unternehmen mit den jüngsten globalen Krisen auseinandergesetzt?
Alessandro Zanini: Die Pandemie hat uns hart getroffen – sowohl persönlich als auch beruflich. Wir haben unsere Eltern während der Pandemie verloren. Unser Vater, der das Unternehmen gründete, war die treibende Kraft hinter seinem frühen Erfolg. Das war ein schwerer emotionaler und operativer Schlag für das gesamte Team. Doch nach den Covid-Jahren erlebten wir einen starken Aufschwung, insbesondere zwischen 2021 und 2023. Auch wenn das Wachstum jetzt stabilisiert ist, hat sich unsere internationale Diversifikation als große Stärke erwiesen. Wenn ein Markt nachlässt, kann oft ein anderer kompensieren. Diese eingebaute Resilienz ist zu einem grundlegenden Teil unserer langfristigen Strategie geworden.
European Business: Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?
Alessandro Zanini: Unser Ziel ist es, unser Geschäftsmodell langfristig in neue Märkte zu erweitern. Die Präsenz in mehreren Regionen ermöglicht es uns, Risiken zu mindern, uns an lokale Dynamiken anzupassen und neue Wachstumsmöglichkeiten zu nutzen, wenn sie sich ergeben. Wir wollen auch weiterhin an der Spitze der Innovation stehen. Zum Beispiel erforschen wir KI, um die riesige Menge an Leistungsdaten zu analysieren, die unsere Prüfstände erzeugen. Diese Einblicke können zu intelligenteren Produktanpassungen und deutlich schnelleren Entwicklungszyklen führen. Unser ultimatives Ziel ist es, der führende Distributor für Hochleistungskomponenten weltweit zu sein – nicht nur wegen unserer Logistik, sondern wegen unserer tiefen technischen Expertise und unserem Engagement für Qualität.