Wenn die Partikelgröße die Qualität bestimmt
Interview mit Frank General, Geschäftsführer der Nexopart GmbH & Co. KG
Nexopart ist kein Unternehmensriese, sondern ein hochspezialisierter Fachbetrieb. Aus zwei etablierten Geschäftseinheiten hervorgegangen, operiert das Unternehmen jetzt selbstständig in einer klar definierten Nische. Geschäftsführer Frank General spricht über den Mut zur Ausgründung, die Stärke eines eng verbundenen Teams – und warum Kundenähe für ihn kein Schlagwort, sondern ein tägliches Engagement ist.
European Business: Herr General, wie kam Nexopart zustande – und welche Rolle spielten Sie dabei?
Frank General: Ich habe mehr als 30 Jahre in einem unserer jetzigen Mutterunternehmen in verschiedenen Positionen gearbeitet. Irgendwann entstand zusammen mit meinem Kollegen Markus Schönwetter, dem technischen Direktor bei NEXOPART aus Augsburg, die Idee, unsere Geschäftseinheiten für Partikelanalyse aus den größeren Konzernstrukturen herauszulösen. Wir waren erfolgreich, aber letztendlich immer noch eine Nische innerhalb der großen Maschinenbaukonzerne. Der Gedanke war einfach: Als eigenständiges Unternehmen könnten wir strategischer und fokussierter entwickeln. Am 1. April 2023 wurde Nexopart offiziell gegründet – mit etablierten Produkten, erfahrenen Mitarbeitern und langjährigen Kundenbeziehungen, aber organisatorisch von Grund auf neu.
European Business: Rückblickend, war es die richtige Entscheidung?
Frank General: Ja – auch wenn der Aufbau der neuen Struktur in mancher Hinsicht anspruchsvoller war, als wir erwartet hatten. Das Zusammenfügen zweier Einheiten und gleichzeitig der Aufbau einer neuen Organisation führen unweigerlich zu Reibungen. Aber heute sind wir stabil, profitabel und bereit, unseren Wachstumspfad konsequent weiterzuverfolgen. Diese Anfangsphase der Neuausrichtung war notwendig.
European Business: Wofür steht Nexopart heute?
Frank General: Wir sind ein spezialisierter Anbieter im Bereich der Partikelanalyse. Kurz gesagt: Wir analysieren trockene, frei fließende Schüttgüter hinsichtlich Partikelgröße und -form. Das mag abstrakt klingen, ist aber höchst relevant – beispielsweise in der Baustoffindustrie. Die Partikelgrößenverteilung von Sand oder Kies hat direkten Einfluss auf die Qualität des Betons. Unsere Instrumente ermöglichen es Kunden, ihre Produktionsqualität zuverlässig zu steuern und zu überwachen.
European Business: Was unterscheidet Sie von Ihren Wettbewerbern?
Frank General: Erstens unser klarer Fokus. Wir positionieren uns bewusst als Nischenanbieter. Zweitens unsere Denkweise. Unsere Markenwerte sind Exzellenz, Einfachheit und Empathie. Wir möchten es unseren Kunden leicht machen – durch kurze Lieferzeiten, schnelle Reaktionszeiten und sehr direkten Service. Kundenorientierung ist für uns kein Etikett; sie ist unser Maßstab. In hochspezialisierten Märkten ist die Zusammenarbeit oft genauso wichtig wie die Technologie.
European Business: Wie groß ist das Unternehmen heute?
Frank General: Wir beschäftigen etwa 40 Mitarbeiter und erzielen einen Umsatz von ungefähr 11 Millionen Euro. Als kleines, aber profitables mittelständisches Unternehmen bleiben wir eng mit unseren Muttergesellschaften verbunden und profitieren von gemeinsamen Dienstleistungen. Diese DNA eines Familienunternehmens – stetiges, kontrolliertes Wachstum – prägt weiterhin unseren Ansatz.
European Business: Was sehen Sie als die größten Herausforderungen?
Frank General: Das Marktumfeld ist anspruchsvoll – geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, Verlagerungen von Produktionsstandorten. Wenn die industrielle Produktion zurückgeht, sinkt auch die Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Analytik. Gleichzeitig sind wir weltweit tätig, auf allen fünf Kontinenten und in einer Vielzahl von Branchen – von Baumaterialien bis hin zu Pharmazeutika und Lebensmitteln. Diese Breite ist sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung. Man muss vermeiden, sich zu sehr zu verzetteln.
European Business: Welche Ziele haben Sie für die Zukunft?
Frank General: Wir beabsichtigen, unser Portfolio strategisch zu erweitern und bestehende Lücken zu schließen, um ein noch umfassenderer Anbieter im Bereich der Partikelanalyse zu werden. Rentabilität bleibt eine Voraussetzung. Wachstum, ja – aber kontrolliert und nachhaltig. Wir wollen dauerhafte Strukturen aufbauen, keine kurzfristigen Effekte.
European Business: Und auf persönlicher Ebene – was treibt Sie an?
Frank General: Ich bin motiviert durch die Möglichkeit, etwas Eigenständiges aufzubauen. Nexopart Sichtbarkeit und eine klare Identität zu verleihen. Wenn ich sehe, wie sich ein Team entwickelt, Eigentum übernimmt und gemeinsam voranschreitet, ist das der größte Erfolg für mich. Technologie ist wichtig – aber letztendlich sind es die Menschen, die den Unterschied machen.