OMR26: Itzehoe, Def Jam und 42 Mitarbeiter – Drei Plattformchefs, die unterschiedlicher nicht sein könnten

OMR26: Itzehoe, Def Jam und 42 Mitarbeiter – Drei Plattformchefs, die unterschiedlicher nicht sein könnten

Am 5. und 6. Mai bringt das OMR Festival die Köpfe hinter ChatGPT, YouTube Music und OnlyFans nach Hamburg. Was die drei verbindet: Sie leiten Plattformen, die ganze Branchen auf den Kopf gestellt haben. Und alle drei haben Biografien, die man sich nicht ausdenken könnte.

Hamburg – Das OMR Festival hat sein Sprecher-Programm um drei Namen erweitert, die man selten im selben Satz sieht: Nick Turley (ChatGPT), Lyor Cohen (YouTube) und Keily Blair (OnlyFans). Zusammen repräsentieren sie KI, Musik und die Creator-Ökonomie — praktisch die drei Kräfte, die derzeit die digitale Wirtschaftslandschaft umgestalten.

Von Itzehoe nach San Francisco – die Weltformel in zehn Tagen

Nick Turley ist VP und Leiter von ChatGPT bei OpenAI, verantwortlich für ein Produkt, das jetzt mehr als 800 Millionen Nutzer pro Woche zählt. Der Clou: Turley stammt aus Itzehoe in Schleswig-Holstein, studierte Informatik und Philosophie an der Brown University und kam über Positionen bei Dropbox und Instacart zu OpenAI.

Dort war er 2022 Teil des Hackathon-Teams, das ChatGPT in nur zehn Tagen entwickelte – ursprünglich als einmonatiges Experiment gedacht. Der Rest ist Geschichte.

Turley trat bereits auf der Konferenzbühne bei OMR25 auf und begrüßte das Publikum mit einem „Moin Moin“, bevor er auf Englisch über die Zukunft der KI sprach. Die KI-Branche ist bekannt dafür, dass sie sich wöchentlich weiterentwickelt. Was sich seit seinem letzten Auftritt verändert hat – ChatGPT als Betriebssystem, Apps von Drittanbietern, Integration in den Arbeitsalltag – wird wahrscheinlich zu den am genauesten beobachteten Themen in Hamburg gehören.

Nick Turley (ChatGPT)
Nick Turley (ChatGPT)

Lyor Cohen: Vom Tourbus der Beastie Boys zum YouTube-Imperium

Wenige Karrieren in der Musikindustrie lesen sich so filmreif wie die von Lyor Cohen. Anfang der 1980er Jahre trat er Russel Simmons' Rush Artist Management bei und wurde an seinem ersten Tag als Ersatz-Tourmanager für Run-DMC's erste UK-Tour eingesetzt.

Danach tourte er mit den Beastie Boys, wurde Präsident von Def Jam Recordings, formte die Island Def Jam Music Group, leitete die Abteilung für aufgenommene Musik der Warner Music Group und gründete sein eigenes Label, 300 Entertainment - bevor er Ende 2016 als Global Head of Music zu YouTube wechselte.

Fast zehn Jahre später überwacht Cohen eine Plattform, die der Musikindustrie in einem einzigen Jahr zuletzt mehr als 8 Milliarden Dollar auszahlte. Sein Instinkt für popkulturelle Trends ist eindeutig intakt: in einem kürzlichen Brief an Musikpartner schwärmte er davon, wie Baby Keem mit einem Album-Release, das dokumentarischen Inhalt, exklusive Hörveranstaltungen und Musikvideos kombinierte, einen Fahrplan für die Fanbindung schuf.

In Hamburg wird Cohen auf der Konferenzbühne diskutieren, wie sich die Musikindustrie verändert hat - und wie er erkennt, ob Neulinge das Potenzial haben, Superstars zu werden.

 
Lyor Cohen (YouTube)
Lyor Cohen (YouTube)

Keily Blair: Von einer Londoner Anwaltskanzlei an die Spitze von OnlyFans

Vielleicht die überraschendste Biographie der drei gehört Keily Blair. Die in Dublin geborene Executive ist ausgebildete Juristin, studierte in der „Magic Circle“-Kanzlei Allen & Overy in London und hatte weitere Rollen bei Morrison & Foerster, PwC und der US-Anwaltskanzlei Orrick.

Bei letzterer war OnlyFans bereits ihr Klient—bis sie 2022 die Seiten wechselte und sich der Plattform als Chief Strategy & Operations Officer anschloss. Seit Juli 2023 ist sie dessen CEO.

Seitdem leitet Blair ein Unternehmen, das jährlich etwa 7 Milliarden Dollar Umsatz mit ungefähr 42 festangestellten Mitarbeitern erzielt—was sie trocken als 37 Millionen Dollar pro Mitarbeiter beim Web Summit in Lissabon übersetzte. Mittleres Management? Existiert bei OnlyFans nicht, wie Blair in Interviews betont hat.

Die Plattform, gegründet 2016 und lange Zeit hauptsächlich mit Erwachseneninhalten in Verbindung gebracht, hat sich unter Blairs Führung erweitert: Sportler, Musiker und Filmemacher nutzen nun ebenfalls das Abonnementmodell, und OnlyFans hat sogar eine Serie an Netflix lizenziert. Gleichzeitig kennt Blair die dunkleren Seiten des Geschäfts aus erster Hand—eine Bank lehnte sie als Kunden ab, nachdem sie die CEO-Position übernommen hatte.

Auf der Conference Stage plant Blair zu erklären, was es braucht, um erfolgreiche Kreatoren-Communities aufzubauen.


 

 
Keily Blair (OnlyFans)
Keily Blair (OnlyFans)

Drei völlig unterschiedliche Karrierewege, ein gemeinsamer Nenner: Sie definieren ganze Branchen in Echtzeit neu. Am 5. und 6. Mai bringt das OMR Festival in Hamburg diejenigen auf die Bühne, die sich nicht nur auf Veränderungen kommentieren — sondern sie gestalten. Festivalpässe sind noch zu einem Frühbucherpreis von 559 € (netto) auf omr.com erhältlich.

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Manfred Brinkmann, Managing Editor-in-Chief

Manfred Brinkmann

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