Neudefinition der Markenführung im Bereich Outdoor Living
Interview mit Jan Allhoff, Geschäftsführer
Outdoor Living hat sich zu einem dauerhaften Verbrauchertrend entwickelt. In diesem dynamischen Markt hat sich SIENA GARDEN, mit Sitz in Münster, von einer Eigenmarke innerhalb der H. Gautzsch Gruppe zu einem unabhängigen Produktionsunternehmen mit klaren Markenambitionen gewandelt. Geschäftsführer Jan Allhoff diskutiert Strategie, Marktpositionierung und die Vision des Unternehmens für Wachstum.
European Business: Herr Allhoff, wie hat sich SIENA GARDEN entwickelt?
Jan Allhoff: Gegründet im Jahr 2005 als Eigenmarke, sicherte SIENA GARDEN sein Sortiment nach dem Ausstieg von Lieferanten. Mit der Gründung der Gardamo GmbH & Co. KG im Jahr 2014 konnten wir unsere Lieferkette und das Qualitätsmanagement schrittweise professionalisieren. Mit der Gründung der SIENA GARDEN GmbH & Co. KG im Jahr 2023 haben wir umfassende Fertigungskapazitäten aufgebaut und uns bewusst über den traditionellen Großhandel hinausbewegt.
European Business: Wie sind die heutigen Kennzahlen?
Jan Allhoff: Mit einem Umsatz von ungefähr 100 Millionen EUR zu Endverbraucherpreisen haben wir eine starke Position im deutschsprachigen Markt etabliert. Wir gehören bereits zu den drei führenden Marken für Gartenmöbel und ergänzen dies durch Direktvertriebsaktivitäten über unsere Webseite und das Flagship-Geschäft.
European Business: Welchen Einfluss hatte die Pandemie auf Sie?
Jan Allhoff: Der Markt wuchs 2020 um etwa 20%, da die Nachfrage die Produktion übertraf. Das Wiederauffüllen der Bestände im Einzelhandel im Jahr 2021 unterstützte unser Wachstum. Trotz Inflation und geopolitischer Unsicherheit bleiben wir über dem Niveau vor der Pandemie.
European Business: Was treibt das zukünftige Wachstum?
Jan Allhoff: Der deutsche Markt für Gartenmöbel ist etwa 1,2 Milliarden EUR wert und zeigt ein stetiges Wachstum. Die Nachfrage hängt oft mit den Wohnzyklen zusammen, in der Regel 10 bis 15 Jahre nach dem Bau eines Hauses. In diesem Umfeld ist es unsere Priorität, unsere Marktposition zu stärken und unseren Anteil zu erweitern.
European Business: Was ist Ihre Strategie?
Jan Allhoff: Unsere zwei Säulen sind Gartengeräte unter ‘Draußen gestalten’ und Möbel unter ‘Draußen genießen’. Durch 270 bis 300 m2 große Shop-in-Shop-Konzepte streben wir danach, uns als Referenzmarke in einem fragmentierten Markt zu etablieren.
European Business: Wer sind Ihre Kunden?
Jan Allhoff: Wir arbeiten mit Gartencentern, Fachhändlern, Möbelhäusern und ausgewählten DIY-Ketten, sowohl offline als auch online. Zuverlässige wöchentliche Lieferungen und effiziente digitale Prozesse gewährleisten einen reibungslosen Betrieb für unsere Partner.
European Business: Was definiert Ihren Erfolg?
Jan Allhoff: Das Produkt steht an erster Stelle. Unser Ziel ist die Preis-Leistungs-Führerschaft im mittleren Segment, unterstützt durch starken Service für B2B und langlebige Qualität für Verbraucher. Gezielte Social Media und regionale Außenwerbekampagnen im Umkreis von 30 bis 40 km erzeugen gezielte Sogeffekte für unsere Einzelhandelspartner.
European Business: Wie passen KI und Nachhaltigkeit dazu?
Jan Allhoff: Wir nutzen KI in der Content-Erstellung, Forschung und Visualisierung und planen, ihren Einsatz kontinuierlich zu erweitern. Nachhaltigkeit bedeutet Langlebigkeit: strenge Standards, FSC-Holz, BSCI-zertifizierte Fabriken, Zusammenarbeit mit der deutschen Caritas, über 2.000 Ersatzteile und 3D-Druck — wir handeln, statt nur zu reden.
European Business: Was treibt Sie persönlich an?
Jan Allhoff: Ich bin ein Gartenenthusiast, der von Veränderung und Pioniergeist angetrieben wird. Mit Unterstützung der Aktionäre und ermächtigten Teams streben wir nach Marktführerschaft bei Möbeln im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus.