„Wir denken mit und liefern Lösungen“

Interview mit Christian Hofmann, Vertriebsleiter der Alfred Kron GmbH

Alfred Kron GmbH Bauteile
Vielfalt aus einer Hand: Die Alfred Kron GmbH fertigt komplexe Metall- und Hybridbauteile für unterschiedlichste Branchen

Die Metallverarbeitungsbranche steht unter Druck: Digitalisierung, Fachkräftemangel und globale Lieferketten stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Wer heute erfolgreich sein will, muss flexibel agieren und Prozesse durchdenken. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die Alfred Kron GmbH aus Solingen. Das Familienunternehmen verbindet spezialisierte Biege- und Stanztechnik mit einer beachtlichen Fertigungstiefe – und setzt dabei auf Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Gegründet 1903, wird das Unternehmen heute in 4. Generation geführt. „Und die 5. bereitet sich bereits auf die Übernahme vor“, berichtet Christian Hofmann, Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung. Die Fertigungstiefe wurde in den vergangenen Jahren deutlich erweitert: Neben klassischer Biegetechnik produziert Kron heute auch Kunststoff-Spritzgussteile und Hybridbauteile. Verpackung und Reinigung gehören ebenfalls zum Portfolio.

Global vernetzt, lokal verankert

In Projektmeetings mit Partnern aus Indien, China oder Südamerika zeigt sich die internationale Ausrichtung der Alfred Kron GmbH besonders deutlich. Globale Lieferketten und internationale Kundenstrukturen sind längst Realität. Dennoch bleibt der deutschsprachige Raum mit Deutschland, Österreich und der Schweiz der wichtigste Markt. „Wir steuern alles zentral aus Solingen. Vertriebsbüros im Ausland wären für uns aktuell nicht wirtschaftlich sinnvoll“, betont Christian Hofmann. Die Digitalisierung hat neue Chancen eröffnet, Kunden auch über große Distanzen effizient zu betreuen. Persönliche Gespräche sind seltener geworden, was Veränderungen im Vertriebsalltag mit sich bringt. „Gerade beim Aufbau neuer Kundenbeziehungen oder der Entwicklung technischer Lösungen ist es wichtig, Details auch zwischen den Zeilen erfassen zu können“, erklärt Christian Hofmann.

Wissen erhalten, Prozesse ­optimieren

Neben der globalen Ausrichtung beschäftigt auch der Fachkräftemangel das Unternehmen. Alfred Kron investiert kontinuierlich in Ausbildung und sorgt für altersgemischte Teams. Aktuell zählt das Unternehmen 90 Beschäftigte. Gleichzeitig wird der digitale Wandel gezielt vorangetrieben – unter anderem durch Maschinenüberwachung, digitale Werkzeugkarten oder den Einsatz von KI zur Datenanalyse. Auch beim Thema Nachhaltigkeit ist Kron aktiv: Seit der Teilnahme am Ökoprofit-Programm wurde der CO2-Footprint des Unternehmens ermittelt. Einzelne Produkt-Footprints sind in Arbeit – besonders für Kunden aus der Automobilbranche ein zunehmend wichtiger Aspekt.

Stanztechnik plus Mehrwert

Technologisch hebt sich Alfred Kron durch die Verbindung von Stanz-, Biege- und Kunststofftechnik ab – ein Vorteil, den in dieser Tiefe nur wenige Unternehmen bieten. Ergänzt durch moderne Reinigungs- und Verpackungstechnik im Sauberraum kann das Unternehmen komplett montierte und gereinigte Baugruppen liefern – ein echter USP. „Wir denken mit und liefern Lösungen, keine Einzelteile“, bringt es Christian Hofmann auf den Punkt.

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Manfred Brinkmann

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