50 Jahre, eine Mission: Technik, die wirklich zählt
Interview mit Silvia Ferrari, CFO&Board Mitglied; Fabrizio Vitali, Verkaufsleiter und Giorgia Ferrari, Handelsleiterin bei Forain S.r.l.
In einer volatilen Welt, geprägt von Energiewandel, politischen Spannungen und Störungen in der Lieferkette, ist technische Resilienz wichtiger denn je geworden. Forain S.r.l., mit Sitz in Mailand, Italien, liefert diese Resilienz seit 1975. Ursprünglich als Hersteller von Filtrationskomponenten gegründet, hat sich das Unternehmen zu einem Spezialanbieter von modularen Systemen und schlüsselfertigen Anlagen für die Erdöl- und Erdgasindustrie – sowohl an Land als auch offshore – entwickelt. Über fast fünf Jahrzehnte hinweg hat das Unternehmen kontinuierlich einen Ruf für technische Exzellenz, Zuverlässigkeit und einen praktischen, kundenorientierten Ansatz aufgebaut, der weiterhin seine Identität auf einem schnell verändernden globalen Markt definiert.
European Business: Wie hat sich das Unternehmen von seinen Anfängen bis zu dem entwickelt, was es heute ist?
Silvia Ferrari: Forain wurde 1975 von unserem Vater und Onkel, den Ferrari-Brüdern, ursprünglich als Hersteller von Gaskomponenten zur Filtration gegründet. Es begann alles mit der Gasfiltration und -trennung. Im Laufe der Zeit haben wir Gasheizgeräte, Messsysteme hinzugefügt und später auf komplette, auf Skids montierte Einheiten erweitert. Zu Beginn der 2000er Jahre wendeten wir uns vollständigen EPC-Projekten (Engineering, Beschaffung und Bau) zu – wir lieferten zivile Arbeiten, Inbetriebnahme und Schulungen vor Ort. Heute unterstützen wir unsere Kunden von der Planung bis zum After-Sales-Service und gewährleisten die langfristige Betriebsfähigkeit unserer Systeme.
European Business: Was ist Ihr Hauptzielmarkt?
Giorgia Ferrari: Unsere Hauptzielgruppen sind große EPC-Auftragnehmer, die weltweit in der Öl- und Gasindustrie tätig sind. Wir sind stolz darauf, in den Lieferantenlisten vieler von ihnen eingetragen zu sein, was unsere Beteiligung an Großprojekten erleichtert. Abhängig vom Umfang beliefern wir auch Privatkunden, die einzelne Komponenten benötigen. Der größte Teil unseres Geschäfts stammt jedoch aus schlüsselfertigen Lösungen für komplexe Systeme. Der Export mit italienischen und internationalen Kunden macht etwa 90 bis 95 % unseres Gesamtumsatzes aus, mit Schlüsselmärkten in Nordafrika, dem Nahen Osten und Asien.
European Business: Wie haben Sie jüngste globale Störungen wie die Pandemie und steigende Materialkosten erlebt?
Fabrizio Vitali: Die Pandemie war insbesondere logistisch und organisatorisch eine Herausforderung. Als KMU mussten wir uns schnell an Fernarbeitsabläufe anpassen, während wir die wesentliche Produktion aufrechterhielten. Einige Schlüsselprojekte konnten mit Sondergenehmigungen fortgesetzt werden. Die in den letzten Jahren gestiegenen Material- und Transportkosten konnten durch gute Lieferantenbeziehungen und das Vertrauen der Kunden gemildert werden. Unsere langjährige finanzielle Solidität hat uns geholfen, in diesen Zeiten widerstandsfähig zu bleiben.
European Business: Was würden Sie als die einzigartigen Verkaufsargumente von Forain ansehen?
Silvia Ferrari: Flexibilität, definitiv. Wir können uns schnell an die Bedürfnisse der Kunden anpassen, was bei komplexen Projekten ein großer Vorteil ist. Aber auch unsere technische Expertise – unsere Ingenieure sind von der Planung bis zur Installation involviert. Das bedeutet, dass Wissen aus der Praxis in neue Entwicklungen einfließt. Wir investieren auch in junge Talente und bieten ihnen einen umfassenden Einblick in den gesamten Projektlebenszyklus.
European Business: Nachhaltigkeit wird branchenübergreifend immer wichtiger. Wie gehen Sie damit um?
Giorgia Ferrari: Wir zielen darauf ab, die Umweltauswirkungen zu reduzieren, indem wir Materialien mit geringerem Kohlenstoffausstoß auswählen, den Energieverbrauch in unseren Skidsystemen optimieren und durch robuste Ingenieursarbeit eine lange Lebensdauer sicherstellen. In jüngsten Projekten haben wir Energierückgewinnungssysteme und solarbetriebene Komponenten integriert. Aber Nachhaltigkeit bedeutet auch wirtschaftliche und betriebliche Langlebigkeit.
European Business: Was sind Ihre langfristigen Ziele und was motiviert Sie persönlich?
Fabrizio Vitali: Unser Schwerpunkt liegt auf nachhaltigem Wachstum, ohne unsere Identität zu verlieren. Wir möchten weiterhin ein vertrauenswürdiger Ingenieurpartner sein und unseren Ruf in schlüsselfertigen Gassystemen bewahren. Das bedeutet, agil zu bleiben, unsere technischen Fähigkeiten zu vertiefen und durch Agenten und Tochtergesellschaften – insbesondere in aufstrebenden Märkten wie Nordafrika und Asien – eine stärkere lokale Präsenz zu schaffen.
Giorgia Ferrari: Persönlich treibt mich die Neugier und der Wunsch nach ständiger Verbesserung an – sowohl beruflich als auch im Team. Wir wollen, dass Forain ein Ort bleibt, an dem Menschen gemeinsam wachsen und Lösungen schaffen, die wichtig sind.
Silvia Ferrari: Es geht darum, nachhaltige Werte und Partnerschaften zu schaffen, die einen Unterschied machen – technisch, ökologisch und in Bezug auf Kundenbeziehungen. Wir möchten Teil von etwas Bedeutungsvollem und Zukunftsorientiertem sein.