Die Krankenhausumdenker

Interview mit Herrn Dr. Axel Paeger Gründer und Gesellschafter der AMEOS Gruppe, Zürich

AMEOS Gruppe Dialog mit der Politik
Im Dialog mit der Politik: AMEOS stellt Krankenhäuser neu auf, optimiert Prozesse und orientiert sich dabei am Wohlergehen der Patienten. Herr Dr. Axel Paeger im Gespräch mit der Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Frau Manuela Schwesig

Die wirtschaftliche Lage zahlreicher Krankenhäuser in Deutschland ist angespannt. Steigende Betriebskosten, akuter Personalmangel, unzureichende Finanzmittel durch Krankenkassen und die Einführung von Fallpauschalen setzen viele Häuser unter Druck. Die AMEOS Gruppe aus Zürich kennt diese Situation. Sie ist einer der wichtigsten Gesundheitsversorger im deutschsprachigen Raum und stellt die Gesundheit konsequent in den Mittelpunkt.

Die Situation ist ernst. Krankenhäuser werden aus rein wirtschaftlichen Gründen geschlossen, andere befinden sich im Insolvenzverfahren, Käufer sind nicht in Sicht. In den vergangenen Jahren hat AMEOS viele Häuser gerettet und für die Zukunft neu aufgestellt.

Das Gesundheitswesen als Patient

Dr. Axel Paeger gründete AMEOS 2002 in Zürich. „Nach jahrelanger Tätigkeit als Arzt in Krankenhäusern kannte ich die Herausforderungen aus eigener Erfahrung“, sagt er. „In der Unternehmensgründung sah ich die Chance, eigene Krankenhäuser zu betreiben und damit Prozesse zu verbessern und eine regionale Versorgung sicherzustellen.“ Seit der Gründung hat sich vieles verändert. Unter anderem wurden Fallpauschalen, die sogenannten DRGs, eingeführt; Krankenhausleistungen werden damit pro Fall abgerechnet statt nach Liegetagen im Krankenhaus. Die Folge: Krankenhäuser, die zuvor wenig effizient arbeiteten, gerieten in Schwierigkeiten. „In dieser Zeit war unsere Erfahrung und Expertise sehr gefragt“, sagt Dr. Axel Paeger.

„Wir haben viele Krankenhäuser übernommen und so aufgestellt, dass sie gute Leistungen erbringen. Damit sind wir stärker gewachsen als ursprünglich geplant. Dieses Wachstum möchten wir trotz he-rausfordernder Rahmenbedingungen fortsetzen. Im Krankenhausbereich in Deutschland haben wir die besondere Situation, dass die Kostenseite marktwirtschaftlich funktioniert, die Preisseite dagegen politisch festgelegt wird. Dies führte in den letzten zweieinhalb Jahren zu einer Differenz von 13%. In der Vergangenheit haben wir viele in Insolvenz geratene Häuser übernommen, doch unter den aktuellen Bedingungen sind solche Übernahmen nicht mehr realistisch, da sich insolvente Krankenhäuser aufgrund fehlender Vergütungsanpassungen nicht mehr sanieren lassen.“ 

Chancen im Wandel 

AMEOS beschäftigt heute 18.400 Mitarbeiter und setzt 1,4 Milliarden EUR um. Zur Gruppe gehören mehr als 54 Krankenhäuser in der DACH-Region; an jedem Standort stehen der Mensch und seine Gesundheit im Mittelpunkt. Die kontinuierliche Verbesserung der Patientenversorgung sowie die Steigerung der Effizienz bleiben auch in Zukunft zentrale Ziele von AMEOS. „In den vergangenen 18 Monaten haben wir 140 Restrukturierungsprojekte erfolgreich umgesetzt“, sagt Dr. Axel Paeger.

„Wir prüfen, an wie vielen Standorten bestimmte Fachgebiete tatsächlich benötigt werden. So haben wir Mehrfach- oder Doppelvorhaltungen erheblich reduziert, ohne die Qualität der Patientenversorgung zu mindern. Unser Problem ist der Gap von 13% zwischen Kosten und Preisen; für uns ist das die größere Herausforderung als der Fachkräftemangel, da wir unser Personal zu großen Teilen selbst ausbilden. Ich denke, dass Krankenhäuser sich zu wettbewerbsfähigen, leistungsstarken Gesundheitszentren wandeln müssen, um die Patientenversorgung langfristig auf hohem Niveau sicherzustellen.“ 

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Manfred Brinkmann

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