Neudenken der Dentaltechnologie durch integrierte Innovation

Interview mit Gerald Micko, CEO

Präzisionsgesteuerte digitale Planung und intelligente Produktionsprozesse prägen eine neue Generation effizienter Lösungen für die Zahnpflege
Präzisionsgesteuerte digitale Planung und intelligente Produktionsprozesse prägen eine neue Generation effizienter Lösungen für die Zahnpflege

Digitale Arbeitsabläufe, steigende Patientenerwartungen und zunehmender internationaler Wettbewerb transformieren die Dentalindustrie schneller als je zuvor. Gleichzeitig müssen Hersteller technologische Innovationen mit Präzision, Zuverlässigkeit und klinischer Expertise kombinieren. bredent group hat sich erfolgreich in diesem anspruchsvollen Umfeld positioniert, indem sie Implantologie, prothetische Expertise und digitale Fertigungstechnologien zu integrierten Behandlungslösungen kombiniert. In diesem Interview spricht CEO Gerald Micko über die Entwicklung der familiengeführten Gruppe, die wachsende Bedeutung der digitalen Zahnmedizin, neue Materialinnovationen und warum Mut und Anpassungsfähigkeit weiterhin essenziell sind.

European Business: Herr Micko, wie hat sich die bredent group seit ihrer Gründung entwickelt? 

Gerald Micko: bredent wurde 1974 von Peter und Brigitte Brehm als kleines Beratungsunternehmen gegründet und hat sich durch die Expansion in die Bereiche Dentalmaterialien, Implantologie, Fräserei, Software und digitale Technologien zur heutigen bredent group entwickelt. Die Gruppe umfasst mittlerweile 25 Unternehmen, 12 internationale Tochtergesellschaften und 650 Mitarbeiter mit einem konsolidierten Umsatz von rund 105 Millionen EUR. Ich bin vor 22 Jahren in das Unternehmen eingetreten und habe sein Wachstum von etwa 90 Mitarbeitern zu einer internationalen Organisation miterlebt. Viele engagierte Mitarbeiter haben zu diesem Erfolg beigetragen.

European Business: Wie ist das Unternehmen heute strukturiert? 

Gerald Micko: Unser Geschäft basiert auf drei Säulen: Laborprodukte, Implantologie und Technologien für Fräsmaschinen und Software. Zusammen ermöglichen sie es uns, indikationsbasierte therapeutische Lösungen aus einer Hand zu bieten – von CAD/CAM-Rohlingen und Implantatsystemen bis hin zu Maschinen, Software und Materialien. Unter unserer Philosophie „Connect & Design“ kombinieren wir diese Technologien zu integrierten Behandlungskonzepten.

Gerald Micko, CEO
Gerald Micko, CEO

European Business: Was unterscheidet bredent von Wettbewerbern? 

Gerald Micko: Wir sehen uns als einen verborgenen Champion mit starker Material- und Produktionsexpertise in Technologien, die die zahnärztliche Behandlung in den nächsten zehn Jahren prägen werden. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern optimieren wir nicht nur das Implantat selbst, sondern den gesamten restaurativen Prozess. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf offene Systeme und vollständig abgestimmte Lösungen aus einer Hand. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist unsere Expertise in Sofortrestaurationen. 

European Business: Wer sind Ihre Kunden und Schlüsselmärkte? 

Gerald Micko: Wir beliefern zahnmedizinische Labore, Zahnarztpraxen, Kliniken, Klinikketten und industrielle Fräszentren weltweit. Der Export macht rund 70% unseres Geschäfts aus. Kontinentaleuropa bleibt unser strategischer Kernmarkt, während wir auch in Indien, China, Afrika und Südamerika stark wachsen. Wir sehen Wachstumspotenzial auf fast jedem Kontinent. In Deutschland, Österreich, Benelux und Frankreich sind wir mit eigenen Vertriebsstrukturen und etwa 45 Außendienstmitarbeitern tätig. 

European Business: Wie haben die jüngsten Krisen das Geschäft beeinflusst? 

Gerald Micko: Wir haben die Auswirkungen von Corona, Lieferengpässen, steigenden Kosten und zunehmendem regulatorischem Druck erlebt. Der internationale Wettbewerb ist härter geworden, besonders für europäische Hersteller. Unternehmen müssen sich schnell an veränderte Marktbedingungen und neue Regeln anpassen. Dennoch bleibt der zahnmedizinische Markt relativ stabil, weil die Behandlung wesentlich ist. 

Von Implantologie über CAD/CAM bis zur digitalen Fertigung, bredent vereint mehrere Technologien zu nahtlos abgestimmten Behandlungskonzepten
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Hochleistungswerkstofftechnologien setzen neue Maßstäbe in der modernen Implantologie und zahnärztlichen Prothetik
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European Business: Welche Rolle spielt die Digitalisierung in Ihrer Branche und wie bereiten Sie sich auf die Zukunft vor?

Gerald Micko: Die Zahnmedizin ist bereits stark digitalisiert, insbesondere international, wo die Entwicklung schneller voranschreitet als in Deutschland. KI wird diese Transformation durch automatisierte Behandlungsplanung, integrierte Arbeitsabläufe und intelligente Assistenzsysteme, einschließlich KI-Agenten, weiter beschleunigen. Wir investieren stark in Innovation, Automatisierung und skalierbare digitale Prozesse. Zu den Schwerpunktbereichen gehören Hybridprothesenmaterialien, die den natürlichen Zähnen näher kommen, fortgeschrittene Implantatsysteme und 3D-Drucklösungen. Gleichzeitig entwickeln wir einsatzbereite Konzepte, bei denen Zahnärzte komplette Behandlungspakete – einschließlich Implantate, Abutments, Brücken und chirurgische Leitfäden – just in time für die Eingriffe erhalten.

European Business: Welche Bedeutung haben Nachhaltigkeit und Unternehmenskultur für Ihr Unternehmen?

Gerald Micko: Nachhaltigkeit wird für uns immer wichtiger. Wir haben kürzlich unseren ersten freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, während wachsende regulatorische Anforderungen in Bereichen wie Verpackung, Compliance und
Lieferketten die Komplexität für Hersteller weiter erhöhen. Partnerschaft, Leistung und Zuverlässigkeit bleiben Kernwerte des Unternehmens, insbesondere in einer internationalen Organisation, die auf eine starke Zusammenarbeit über Teams und Strukturen hinweg angewiesen ist.

European Business: Welche Ziele haben Sie für die kommenden Jahre?

Gerald Micko: Wir streben nachhaltiges Wachstum von 5 bis 10% über die Gruppe hinweg an, während wir unsere Position in den Bereichen CAD/CAM, Implantologie und 3D-Druck stärken. Innovation, Skalierung und Produktivitätsverbesserungen bleiben zentrale Prioritäten. Der internationale Wettbewerb ist viel härter geworden, was die Anpassungsfähigkeit zunehmend wichtiger macht. Persönlich glaube ich, dass Unternehmen sich weniger auf Beschwerden konzentrieren und mehr auf Möglichkeiten suchen sollten. Europa hat immer noch enorme Stärken, wenn Unternehmen mutig, agil und engagiert bleiben.

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Manfred Brinkmann, Managing Editor-in-Chief

Manfred Brinkmann

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