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Interview mit Andreas Bensegger, Geschäftsführer der BENSEGGER GmbH

Andreas Bensegger,  Geschäftsführer der BENSEGGER GmbH
Andreas Bensegger, Geschäftsführer der BENSEGGER GmbH

Gut 6.000 Kunden und Partner im südöstlichen Oberbayern vertrauen bei ihrer Büroarbeit auf das Rosenheimer Traditionsunternehmen BENSEGGER. Mit Wirtschaftsforum sprach Andreas Bensegger als Geschäftsführer in 5. Generation über alte und neue Produkte, die Herausforderungen der Digitalisierung sowie die vielfältigen Gründe, aus denen er auch anderen Unternehmern rät, sich in Verbänden und ähnlichen Formaten für die lokale Wirtschaft in ihrer Region stark zu machen.

Wirtschaftsforum: Herr Bensegger, seit 165 Jahren ist Ihr Nachname im südöstlichen Oberbayern als starker Partner fürs Büro bekannt. Wie bringen Sie heute – getreu Ihrer Mission – Performance in die Unternehmen Ihrer Kunden?

Andreas Bensegger: Die Wiege unserer Unternehmensgeschichte liegt tatsächlich in einer Buchdruckerei, die 1860 hier in Rosenheim gegründet wurde. Noch heute betreiben wir an unserem Standort in der Innenstadt einen stationären Einzelhandel für Bürobedarf, auch wenn der Umsatzanteil, den wir aus diesem B2C-Geschäft generieren, inzwischen verschwindend gering ist. Aber ich finde es schön, wenn man Wurzeln hat, und wir leisten sie uns gerne. Das Gros unserer Unternehmenstätigkeit entfällt jedoch schon lange auf den B2B-Bereich, in dessen Zuge wir unseren Kunden den alltäglichen Bürobedarf vom Stift bis zum Kopierpapier sowie die entsprechende Büroeinrichtung wie Stühle und Tische bereitstellen. Darüber hinaus kümmert sich unser Team um die einschlägige Bürotechnik und sorgt dafür, dass stets reibungslos kopiert, gedruckt und digitalisiert werden kann. Hier wachsen wir auch entsprechend.

BENSEGGER GmbH Lager
Durch seine weitreichende Lagerhaltung ist BENSEGGER zügig lieferfähig
BENSEGGER GmbH Papier
Papier gehört trotz der fortschreitenden Digitalisierung weiter zu den Standardprodukten von BENSEGGER

Wirtschaftsforum: Mittlerweile vertreiben Sie mit Kaffee auch den vielleicht wichtigsten Treibstoff des modernen Bürolebens – liegt darin noch einmal ein anderes Geschäftsfeld?

Andreas Bensegger: Das ist in der Tat so, weil sich dieses Produkt natürlich vor allem über seinen Geschmack und sein Aroma verkauft. Ein Leitz-Ordner sieht immer gleich aus, hat lediglich einen Zweck zu erfüllen, muss nicht die Sinne wecken und ist im Hinblick auf seine Preisgestaltung für den Kunden sehr gut vergleichbar. Bei unseren Kaffeeprodukten arbeiten wir viel mit regionalen Röstereien zusammen, um wirklich ein besonders hochwertiges Erzeugnis anbieten zu können – demgemäß wird hier von unseren Kunden auch nicht unbedingt mit dem letzten Cent kalkuliert. Angesichts dessen, dass wir uns allgemein in einem rückläufigen Verdrängungsmarkt bewegen, in dem wir jedoch weiter wachsen wollen, sehen wir in diesem Produktspektrum eine wichtige Ergänzung unseres Sortiments.

BENSEGGER GmbH Standort
Am zentralen Standort in Rosenheim liegt der Fokus auf dem B2B-Geschäft. Am Stammsitz, wo 1860 das Unternehmen gegründet wurde, wird eine Papeterie betrieben.

Wirtschaftsforum: Wie möchten Sie sich in diesem schwierigen Marktumfeld weiter durchsetzen?

Andreas Bensegger: Wir verfolgen seit jeher eine klare Unternehmensausrichtung und bieten in diesem Zuge stets einen marktgerechten Preis, aber nicht unbedingt den billigsten. Dafür überzeugen wir unsere Kunden durch eine persönliche und unmittelbare Betreuung, die wir unter anderem mit einem zehnköpfigen Vertriebsaußendienst umsetzen. Von unseren insgesamt über 65 Mitarbeitern ist mehr als die Hälfte bereits seit über einem Jahrzehnt für uns tätig – damit unterstreichen wir nicht zuletzt auch die personelle Kontinuität, durch die wir nach außen hin immer ein persönliches Gesicht präsentieren können. Wenn unser Kunde vor einem Problem oder einer neuen Herausforderung steht, kann er einfach bei uns anrufen, um sofort Unterstützung zu erhalten – und muss nicht erst googeln, suchen und Preise vergleichen.

Wirtschaftsforum: Eine derart lange Mitarbeiterbindung wie bei BENSEGGER streben auch viele andere Unternehmen an – wie kann eine adäquate Büroausstattung sie bei diesem Ziel unterstützen?

Andreas Bensegger: Das Thema Ergonomie am Arbeitsplatz wird für die meisten Arbeitgeber immer wichtiger, sowohl um ihre Attraktivität im Markt hervorzuheben, als auch, um die Ausfallzeiten ihrer Mitarbeiter zu reduzieren. Denn an einem ergonomisch sinnvoll gestalteten Arbeitsplatz mit bequemen Stühlen und der richtigen Tischhöhe treten weniger Verspannungen und Konzentrationsmängel auf. Um hier stets die bestmögliche Lösung zu finden, sehen sich unsere Mitarbeiter die Räumlichkeiten unserer Kunden zunächst sehr genau an und spielen dann mit digitalen 3D-Plänen mehrere Optionen durch. Anschließend wird die entsprechende Ausstattung von unseren Montageteams vor Ort installiert.

BENSEGGER GmbH Wartung
Das Team von BENSEGGER kümmert sich auch um die Wartung und Reparatur von Druckern und anderen Bürogeräten

Wirtschaftsforum: Wie wichtig ist Ihnen Tradition?

Andreas Bensegger: Ich betreibe unser Familienunternehmen nun schon in der 5. Generation; unsere Papeterie befindet sich mitten in der Fußgängerzone – BENSEGGER dürfte vielen Menschen in unserer Gegend also ein Begriff sein. Wir sind Ur-Rosenheimer und wir leben aus unserer und für unsere Stadt. Demgemäß bin ich auch persönlich stets bestrebt, dieser Region jenseits meiner rein unternehmerischen Tätigkeit etwas zurückzugeben. Dazu engagiere ich mich unter anderem in verschiedenen Funktionen ehrenamtlich bei der IHK für München und Oberbayern. Die Tätigkeit in Verbänden möchte ich auch vielen anderen Unternehmern nahelegen, wenn die zeitlichen Ressourcen es zulassen. Denn so kann man nicht nur wichtige Impulse aufnehmen, sondern kommt gleichzeitig ein Stück weit aus der eigenen Konsumentenhaltung gegenüber dem Staat und dem Markt heraus. Klar, durch ein ehrenamtliches Engagement kann man nicht von heute auf morgen die Welt verändern, wohl aber im Konzert mit anderen Partnern vieles bewirken und auf so manche Rahmenbedingungen sinnvoll einwirken. Auch hier gilt: Wenn viele etwas gemeinsam tun, wird auch vieles besser. Was uns allgemein das Leben leichter machen würde, wäre natürlich eine deutliche Entbürokratisierung und eine maßvolle Abkehr von einem allzu geißelnden Perfektionismus: Es ist besser, einfach anzufangen und auf dem Weg besser zu werden, als zu lange nach dem perfekten Weg zu suchen!

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