Sitze, die Qualität sprechen: Einblick in die Neupolsterung
Interview mit Nicky Christiaen, Geschäftsführer
Autos spielen eine wichtige Rolle in der modernen Gesellschaft, und es geht nicht nur darum, von A nach B zu kommen; das Interieur eines Autos ist ebenso entscheidend für ein komfortables und stilvolles Fahrerlebnis. Deshalb stellt die in Assenede, Belgien, ansässige ECA NV eine umfangreiche Palette hochwertiger Auto-Neupolsterungen her, die das Innere von Autos verwandelt und ihnen eine persönliche Note verleiht. Aber ECA ist auch ein bekannter Name im Lkw- und Innenausbausektor, wie Geschäftsführer Nicky Christiaen im Interview betont.
European Business: Frau Christiaen, Sie produzieren in einer kleinen Stadt in Ostflandern, doch Ihre Kunden sind die Giganten der Auto- und Lkw-Branche. Das ist wirklich eine Erfolgsgeschichte eines ‚verborgenen Champions‘.
Nicky Christiaen: Wir haben uns als das bevorzugte Unternehmen für die Entwicklung, Produktion und Montage von Lederausstattungen etabliert. ECA bildet jetzt zusammen mit IMK in Großbritannien und Berco in den Niederlanden eine Gruppe, die sich perfekt ergänzt.
European Business: Aber sicher kam der Erfolg nicht über Nacht?
Nicky Christiaen: Die Firma wurde 1949 von meinem Großvater Paul Christiaen gegründet und 2008 von meinem Vater Luc Christiaen übernommen. Ich bin die dritte Generation und kam 2016 ins Unternehmen. Seit 2023 stehe ich an der Spitze des Unternehmens. Das passt perfekt zu mir, denn ich habe eine sehr produktionsorientierte Denkweise und interessiere mich für alles, was im Unternehmen vor sich geht.
European Business: Was hat sich seit 1949 ereignet, dass Sie heute an der Spitze des Marktes agieren können?
Nicky Christiaen: Ursprünglich konzentrierten wir uns ausschließlich auf den Automobilsektor, und unser größter Kunde war Volvo. Heute ist ECA das Mutterunternehmen, und wir haben zwei Tochtergesellschaften, IMK und Berco, und sind in mehreren Sektoren tätig. Berco, das sich 1977 zu uns gesellte, ist der europäische Marktführer in der Gestaltung, Entwicklung und Produktion von Automatten und Lkw-Innenausstattungen. Es operiert unabhängig von seiner Fabrik in Schijndel in den Niederlanden. IMK ist ebenfalls gewachsen und hat sich zum Kompetenzzentrum für die Lederinnenausstattung von Automobilen im Vereinigten Königreich entwickelt. Es arbeitet mit natürlichem hochwertigem Leder, technischen Stoffen und künstlichen Materialien, um Komponenten für Fahrzeuge führender Automobil-OEMs von Hand zu veredeln. Bei ECA liegt der Schwerpunkt auf der Produktion und Montage von Lederausstattungen für Autos, aber auch auf Polsterungen für den öffentlichen Verkehr und Innenräume.
European Business: Ihre Kunden sind die besten der Besten in Ihrer Branche – sehr beeindruckend.
Nicky Christiaen: Ja, IMK beliefert Aston Martin, Jaguar, Land Rover und Bentley, um nur einige große Namen zu nennen. Und hier in Belgien umfasst unsere Kundschaft alle großen Automobilhersteller, von Audi bis Ford und Volkswagen; im Bereich der Sitzmöbel – das heißt, das Beziehen und Reparieren aller Arten von Sitzmöbeln – beliefern wir ThyssenKrupp und die Belgische Bahn. Unterdessen arbeitet Berco mit DAF, Scania, Daimler und Iveco zusammen.
European Business: Wie eng ist die Partnerschaft zwischen den drei Unternehmen?
Nicky Christiaen: Wir sind mit beiden eng verbunden und sehr aktiv und proaktiv beteiligt. Wir sind oft selbst vor Ort, um den Produktionsprozess zu beobachten. Heute beschäftigen wir als Gruppe 900 Mitarbeiter und erzielen einen Umsatz von 150 Millionen EUR.
European Business: Lassen Sie uns noch ein wenig mehr über Ihr Portfolio sprechen.
Nicky Christiaen: Das Produktportfolio von ECA ist in drei Bereiche unterteilt: Automobil, Transport und Interieur, wobei unsere Aktivitäten in diesen Bereichen sich zum Teil überschneiden. Im Wesentlichen geht es dabei um das Schneiden, Nähen, Sticken, Schweißen und Zusammenbauen verschiedener Materialien wie Leder, Vinyl, Stoff oder Schaumstoff für die Neupolsterung. Für den Transportsektor produzieren wir Sitzbezüge für Züge, Busse und S-Bahnen. Das Segment Interieur umfasst Sitzmöbel, Akustikpaneele und Sitzlifte.
European Business: Und was hat Ihnen dabei geholfen, so lange erfolgreich zu bleiben?
Nicky Christiaen: Wir liefern ausschließlich maßgeschneiderte Arbeiten. Wir verfügen über alle notwendigen Werkzeuge im Haus und können dem Kunden eine Komplettlösung bieten. Wir liefern echte Qualitätsprodukte, die den Anforderungen unserer Kunden entsprechen. Wir sind sehr kundenorientiert und darüber hinaus zuverlässig, professionell und flexibel. Die Kommunikationswege sind kurz und wir können uns sehr schnell auf Anfragen einstellen. Wir halten unsere Fristen ein und liefern echtes Handwerk.
European Business: Wie sehen Sie die Zukunft?
Nicky Christiaen: Unsere Kunden haben oberste Priorität. Wir haben in der Vergangenheit schwierige Zeiten durchgemacht und halten es jetzt für sehr wichtig, unser bestehendes Kundenportfolio weiter auszubauen und vor allem langfristige Verträge zu sichern. Wir wollen wachsen und beteiligen uns jetzt auch an öffentlichen Ausschreibungen. Dies wollen wir ausbauen. Und wir bauen weiterhin ein gesundes Unternehmen mit ausreichender Rentabilität auf – für uns und unsere Mitarbeiter in der gesamten Gruppe.