„Im Industriebau ist das Gebäude nicht das Ziel – Produktion ist es!“
INTERVIEW MIT Csaba Szilágyi, stellvertretender Geschäftsführer
Volatilen Märkten, unterbrochene Lieferketten und zunehmend komplexe Industrieprojekte definieren neu, was Kunden von Baupartnern erwarten. In diesem Umfeld sind Zuverlässigkeit, Transparenz und die Fähigkeit, international zu mobilisieren, zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren geworden. Synergy Construction Hungary Kft., mit Sitz in Budapest, hat sich als Partner für großangelegte industrielle Entwicklungen in ganz Europa etabliert und feiert in diesem Jahr stolz sein 25-jähriges Jubiläum. Csaba Szilágyi, stellvertretender Geschäftsführer, erklärt, wie das Unternehmen globale Hersteller unterstützt und kontinuierlich seine Rolle als EPC-Partner für komplexe Industrie- und Energieprojekte erweitert.
European Business: Herr Szilágyi, trotz der herausfordernden Umgebung, die derzeit die Bauindustrie prägt, hat Synergy Construction Hungary bedeutende Industrieprojekte für globale Hersteller realisiert. Welche Meilensteine waren besonders wichtig für die Entwicklung des Unternehmens?
Csaba Szilágyi: Die vergangene Zeit war geprägt von der erfolgreichen Fertigstellung mehrerer großer Projekte. Wir haben die Nestlé Purina Fabrik in Bük fertiggestellt, die jetzt die größte Produktionsstätte von Nestlé in Europa ist, während wir gleichzeitig das BMW-Werk in Debrecen gebaut haben. Gleichzeitig wurden auch wichtige Abschnitte der CATL-Batteriefabrik in Debrecen übergeben, was unsere Fähigkeit unterstreicht, mehrere Großprojekte gleichzeitig zu managen und zu liefern. Diese Projekte haben unsere Position als vertrauenswürdiger Partner für internationale Hersteller weiter gestärkt. In unserer Branche ist es entscheidend, die wirklichen Bedürfnisse des Kunden zu verstehen. Wenn wir eine Fabrik bauen, ist das Gebäude selbst nicht das endgültige Ziel – die Priorität liegt darauf, dass die Produktion zum vereinbarten Termin starten kann. Wenn die Kunden sehen, dass Sie zuverlässig und pünktlich liefern, neigen sie dazu, Sie wieder einzuladen. Mehrere internationale Projekte sind von bestehenden Kunden gekommen, die uns baten, sie auf neuen Märkten zu begleiten.
European Business: Wie wichtig sind langfristige Kundenbeziehungen für Ihr internationales Wachstum?
Csaba Szilágyi: Unser Fokus lag immer auf industriellen Projekten für Produktionsunternehmen. Diese Kunden haben sehr klare Erwartungen: Sie benötigen Produktionsanlagen, die funktional, zuverlässig und termingerecht fertiggestellt sind. Die industrielle Fertigung erfordert ein tiefes Verständnis der Produktionsprozesse, und im Laufe der Zeit haben wir in diesem Bereich starke Expertise aufgebaut. Gleichzeitig haben wir erkannt, dass der ungarische Baumar kt nach einer Periode starken Wachstums, das durch große Industrieinvestitionen angetrieben wurde, irgendwann nachlassen würde. Anstatt zu warten, begannen wir, uns nach außen zu orientieren. Oft wurden wir von bestehenden Kunden eingeladen – zum Beispiel von CATL in Spanien, Air Liquide in den Niederlanden oder Mercedes in Polen. Solche Beziehungen erleichtern die internationale Expansion erheblich, da der Kunde bereits weiß, wie wir arbeiten und unseren Fähigkeiten vertraut.
European Business: Ihre Organisation scheint sehr mobil zu sein, was es Ihnen ermöglicht, Projekte schnell in verschiedenen Ländern zu starten. Gleichzeitig erweitert Synergy Construction Hungary seine Fähigkeiten als EPC-Partner. Wie prägen diese Entwicklungen die Rolle des Unternehmens bei großen Industrieprojekten?
Csaba Szilágyi: Mobilität ist ein wichtiger Teil unserer Struktur. Unsere Teams sind sehr international, und Englisch ist unsere gemeinsame Arbeitssprache. Viele unserer Ingenieure und Spezialisten sind es gewohnt, im Ausland zu arbeiten, was es uns ermöglicht, schnell starke Projektteams zu mobilisieren, wenn ein neues Projekt beginnt. Diese Flexibilität ist wertvoll für Kunden, die schnell mit dem Bau beginnen müssen. Gleichzeitig entwickelt sich unsere Rolle weiter. Traditionell waren wir hauptsächlich für die Bauphase von Industrieprojekten verantwortlich. Heute beteiligen wir uns zunehmend am gesamten EPC-Prozess – Ingenieurwesen, Beschaffung und Bau – was es uns ermöglicht, Projekte von der frühen Planungsphase bis zum Abschluss zu managen. Dieses Modell wird besonders relevant in Sektoren wie Energie und fortschrittlicher Industrie.
European Business: Welche Sektoren bieten Ihrer Meinung nach das größte Wachstumspotenzial für Ihr Unternehmen – und wie wichtig ist die Unternehmenskultur bei der Verwaltung solch komplexer Projekte?
Csaba Szilágyi: Wir sehen zwei Hauptwachstumsbereiche. Einer ist der Bau von großen Produktionsanlagen in Sektoren wie Automobil, Batterien, Lebensmittelproduktion und Pharmazie. Der andere ist Schwerindustrie und energiebezogene Projekte, wo die Nachfrage nach Infrastruktur wie GuD-Kraftwerken, Wasserstoffanlagen und Kohlenstoffabscheidungstechnologien steigt. Gleichzeitig ist die Unternehmenskultur wesentlich. Bauprojekte entwickeln sich selten genau nach Plan, daher müssen Herausforderungen offen angesprochen und Lösungen schnell kommuniziert werden. Transparenz schafft Vertrauen und hilft, Projekte auf Kurs zu halten.
European Business: Wo sehen Sie das Unternehmen in den nächsten Jahren?
Csaba Szilágyi: Unser Ziel ist es, eine starke Position in Ungarn zu halten, während wir nachhaltige Operationen in den Märkten aufbauen, die wir betreten haben. Wir wollen nicht ein Projekt abschließen und dann das Land verlassen. Stattdessen streben wir danach, langfristige Strukturen und starke lokale Managementteams zu etablieren, die eine dauerhafte Präsenz sicherstellen, während wir weiterhin unseren Kunden folgen, wo immer neue Industrieinvestitionen in ganz Europa entstehen.