„Möchten, dass sich Kunden gut aufgehoben fühlen!“

Interview mit Daniel Kunze, Geschäftsleitung der sta Schalltechnische Anlagen GmbH

STA Schallschutz - Schallschutz für eine Bandanlage
Große Dimensionen: Schallschutz für eine Bandanlage

Lärm macht krank. Deshalb ist es auch am Arbeitsplatz wichtig, sich gegen Lärm zu schützen. Die sta Schalltechnische Anlagen GmbH aus Hamm/Sieg ist darauf spezialisiert und bietet individuelle Lösungen an, um Menschen am Arbeitsplatz vor Lärm zu schützen. Wir sprachen mit Daniel Kunze aus der Geschäftsleitung unter anderem über kleine und große Lösungen für Kunden, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Wirtschaftsforum: Herr Kunze, warum entscheiden sich Ihre Kunden für Lösungen der sta Schalltechnische Anlagen GmbH?

Daniel Kunze: Da ist zum einen die Beratung, die uns sehr wichtig ist. Dort sind wir sehr lösungsorientiert und bieten nicht das Teuerste an. Beim Schallschutz haben wir verschiedene Möglichkeiten, die funktional identisch sind, sich aber in der Optik und damit auch im Preis voneinander unterscheiden. Dazu kommt die Qualität, die für uns ebenfalls zentral ist. Wir möchten grundsätzlich, dass sich die Kunden bei uns gut aufgehoben fühlen.

Wirtschaftsforum: Wie sieht Ihr Portfolio aus? Was können die Kunden von sta erwarten?

Daniel Kunze: Wir haben zwei sicherheitstechnische Produkte: den Schallschutz und den Laserschutz. Beim Schallschutz geht es um die Lärmreduzierung an Maschinen. Wichtig ist der Schutz der Mitarbeiter, die im direkten Umfeld einer solchen Maschine tätig sind.

Daniel Kunze, Geschäftsleitung der sta Schalltechnische Anlagen GmbH
Daniel Kunze, Geschäftsleitung der sta Schalltechnische Anlagen GmbH

Die Schädigung des Gehörs ist nämlich in Deutschland eine der Hauptursachen für eine Berufsunfähigkeit. Damit das nicht geschieht, hausen wir solche Maschinen ein. Dabei reicht das Spektrum von kleinen Anlagen mit 2 x 1,5 m bis hin zu komplexen Lösungen für die Automobilindustrie, wo Bleche verformt werden. Solche Anlagen können durchaus 160 m lang, 40 m breit und 20 m hoch sein. Seit 2012 haben wir auch den Laserschutz in unserem Portfolio. Unsere Systeme schützen hier vor Verletzungen durch Laserstrahlen in Produktionsprozessen. 2015 haben wir noch flexible Raumsysteme als Ergänzung in unser Sortiment aufgenommen. Dies sind einfachere Raum-in-Raum-Lösungen, zum Beispiel für Pausenräume oder Meisterbüros in großen Hallen.

sta Schalltechnische Anlagen - Firmensitz
Ein florierendes Unternehmen: Firmengebäude von sta Schalltechnische Anlagen im rheinland- pfälzischen Hamm/Sieg
sta Schalltechnische Anlagen - Joint Venture von Schuler und Porsche in Halle
Joint Venture von Schuler und Porsche in Halle: Schallschutz im Smart Press Shop

Wirtschaftsforum: sta ist ein Familienunternehmen. Erzählen Sie uns doch bitte etwas über die Geschichte.

Daniel Kunze: 2003 haben mein Vater Roger Kunze und Josef Theis das Unternehmen kurz vor der Insolvenz übernommen, wieder aufgepäppelt und erfolgreich weiterentwickelt. 2007 wurde eine neue Immobilie bezogen und wir haben uns von 3.000 auf 20.000 m2 vergrößert. Heute beschäftigen wir 90 Mitarbeiter und erzielen einen Umsatz von knapp zwölf Millionen EUR. Mein Vater und Josef Theis halten jeweils 50% der Anteile.

Wirtschaftsforum: Welches ist Ihr geografisches Einzugsgebiet?

Daniel Kunze: Die meisten unserer Kunden sind in Deutschland, doch mit einem Anteil von 10 bis 20% sind wir auch weltweit tätig. Hier haben wir schon Anlagen nach Südafrika, China, Indien und in die USA geliefert.

Wirtschaftsforum: Wie ist der Vertrieb bei sta organisiert?

Daniel Kunze: Hier ist Familie Theis sehr aktiv. Michael Theis, der Sohn von Josef Theis, kümmert sich heute als Geschäftsführer darum. Außerdem ist seine Schwester Sandra Vertriebsleiterin. Zudem werden unsere Kunden von einem Innen- und von einem Außendienst betreut.

Wirtschaftsforum: Wie machen Sie mögliche neue Kunden auf sich aufmerksam?

Daniel Kunze: Unser Marketing haben wir gerade in den letzten Jahren deutlich forciert. So sind wir im Internet und in den gängigen Social Media präsent – nicht nur zur Eigenwerbung, sondern auch zur Akquise neuer Mitarbeiter. Wir nutzen die Möglichkeiten der Suchmaschinenoptimierung, damit wir beim Stichwort Schallschutz schnell gefunden werden. Gemeinsam mit einem Partnerunternehmen stellen wir außerdem auf der Euroblech in Hannover aus.

sta Schalltechnische Anlagen - Raum-in-Raum-Lösung
Raum-in-Raum-Lösung: Flexible Systeme können als Pausenräume oder als Meisterbüros in großen Hallen genutzt werden

Wirtschaftsforum: Ist die Digitalisierung bei sta ein großes Thema?

Daniel Kunze: Angeregt durch meine Bachelorarbeit 2018 sind Fertigungsplanung und -steuerung bei uns mittlerweile digital organisiert. Mit unserem neuen ERP-System sind wir hier bei etwa 95%. Alles ist weitestgehend miteinander vernetzt. So gibt es zum Beispiel eine Schnittstelle zwischen ERP und CAD. Auch unsere Rechnungen werden digital erstellt und in den kommenden zwei bis drei Jahren wollen wir vollständig papierfrei arbeiten.

Wirtschaftsforum: Kein Unternehmen kommt heute am Thema Nachhaltigkeit vorbei. Wie sieht es da bei Ihnen aus?

Daniel Kunze: Für 2023 und 2024 sind wir als klimaneutrales Unternehmen zertifiziert. Wir erzeugen ab Mai 2024 durch Solarenergie mehr Strom als wir selbst verbrauchen, pflanzen jährlich rund 1.500 Bäume und beziehen unsere Materialien von Partnerunternehmen aus der Nähe.

Wirtschaftsforum: Beeindruckend. Und was sind die Pläne für die nächsten Jahre?

Daniel Kunze: Anfang 2025 steht der Generationenwechsel an und Michael Theis und ich werden die Anteile der Gesellschaft von unseren Vätern übernehmen. Wir möchten ein erstes Vertriebsbüro außerhalb Deutschlands in Frankreich eröffnen und später auch in den USA. Wir beschäftigen uns intensiv mit den Chancen durch Künstliche Intelligenz und wollen die digitale Fertigung weiter ausbauen. Dabei ist ein moderates Wachstum unser generelles Ziel.

Weitere Artikel zum Thema

Von der grauen Masse zur ästhetischen Vielfalt: Beton neu gedacht

Interview mit Alexander Bauer, Geschäftsführer der Kirchdorfer Kies und Beton GmbH

Von der grauen Masse zur ästhetischen Vielfalt: Beton neu gedacht

Mit fünf Transportbetonwerken, drei Kieswerken und einer Lkw-Flotte produziert und liefert die Kirchdorfer Kies und Beton GmbH aus dem Großraum Linz Tran...

Polymer-modifizierte Bitumen (PMB) für besondere Fälle

Interview mit Nick Brouwer, Direktor der Ooms Producten B.V.

Polymer-modifizierte Bitumen (PMB) für besondere Fälle

Bitumen ist ein vielseitiges Material, das in vielen Bereichen unverzichtbar ist. Je nach Anwendung werden unterschiedliche Anforderungen an das Produkt gestellt...

Vom Tiefseeschweißen zum Full Service-Anbieter

Interview mit Bastiaan de Koning, CCO der Smink Group B.V.

Vom Tiefseeschweißen zum Full Service-Anbieter

Von den Anfängen als Ein-Mann-Betrieb hin zum One-Stop-Shop für komplexe und hochreine Gas- und Flüssigkeitsysteme: Das ist die Geschichte der niederländ...

Wärme nach Maß

Interview mit Vera Schmitt, Geschäftsführerin der Mickenhagen GmbH & Co. KG

Wärme nach Maß

Seit fast 100 Jahren entwickelt die Firma Mickenhagen aus Lüdenscheid maßgeschneiderte Heizelemente für Industrieprozesse. Von der Automobilindustrie...

Manfred Brinkmann, Managing Editor-in-Chief

Manfred Brinkmann

Managing Editor of European Business

Gestalten Sie die Zukunft der Wirtschaft?

Als Chefredakteur bin ich stets auf der Suche nach der nächsten Generation von Führungskräften und Innovatoren. Wenn Sie an der Spitze eines einflussreichen Unternehmens stehen, lade ich Sie ein, mit uns in Kontakt zu treten. Teilen Sie Ihre Vision mit unserem einflussreichen Publikum.