Das Handhaben schwerer Lasten erleichtern

Interview mit Dipl.-Ing., Dipl.-Wirt.-Ing. Georg Komposch, Geschäftsführer

Der VacuPowerlift von der Albert Fezer Maschinenfabrik GmbH ermöglicht das ergonomische und effiziente Beladen von CNC-Maschinen und verbessert sowohl die Produktivität als auch die Arbeitssicherheit
Der VacuPowerlift von der Albert Fezer Maschinenfabrik GmbH ermöglicht das ergonomische und effiziente Beladen von CNC-Maschinen und verbessert sowohl die Produktivität als auch die Arbeitssicherheit

In der modernen Industrie investieren Unternehmen zunehmend in intelligente Handhabungs- und Hebelösungen, um Effizienz, Ergonomie und Produktivität zu verbessern. Maßgeschneiderte Systeme werden besonders wichtig, da Produktionsprozesse oft hochindividuelle Ansätze anstelle von Standardlösungen erfordern. Seit Jahrzehnten hat sich die Albert Fezer Maschinenfabrik GmbH auf genau diese maßgeschneiderten Vakuum-Handhabungssysteme spezialisiert. Vom Firmensitz in der Nähe von Stuttgart entwickelt und produziert das familiengeführte Unternehmen weltweit verwendete Lösungen für Branchen von der Logistik bis zur Stahlverarbeitung.

European Business: Herr Komposch, die Albert Fezer Maschinenfabrik hat eine lange Geschichte. Wie hat sich das Unternehmen zu dem entwickelt, was es heute ist?

Georg Komposch: Die Wurzeln unseres Geschäfts reichen viele Jahrzehnte zurück. Mein Großvater gründete FEZER im Jahr 1933, nachdem er sich von dem Unternehmen getrennt hatte, das später zu Festo wurde. Anfangs konzentrierte sich FEZER auf Holzbearbeitungsmaschinen. In den 1950er Jahren kam die Vakuumtechnologie ins Unternehmen und wurde mit der Zeit immer wichtiger. Als ich vor etwa 30 Jahren in das Unternehmen eintrat, durchlief FEZER eine schwierige Phase. Wir analysierten unsere Geschäftsstruktur und erkannten, dass die Vakuumtechnologie ein starkes Wachstumspotenzial bot, während andere Bereiche weniger rentabel waren. Das war der entscheidende Moment, in dem wir uns vollständig auf Vakuum-Handhabungssysteme und maßgeschneiderte Hebetechnik konzentrierten.

European Business: Wie würden Sie heute die Kernkompetenz von FEZER beschreiben?

Georg Komposch: Unsere Stärke liegt darin, den Kunden komplette und hochgradig individualisierte Lösungen anzubieten. Wir verkaufen nicht einfach Produkte aus einem Katalog. Wir analysieren Produktionsprozesse und entwickeln Systeme, die Effizienz und Ergonomie verbessern. Im Laufe der Jahre haben wir enorme Expertise in maßgeschneiderten Vakuum-Hebesystemen und Kranlösungen aufgebaut. Durch unseren modularen Entwurfsansatz können wir Standardkomponenten sehr effizient in hochspezialisierte Systeme umwandeln.

Dipl.-Ing., Dipl.-Wirt.-Ing. Georg Komposch, Geschäftsführer
Dipl.-Ing., Dipl.-Wirt.-Ing. Georg Komposch, Geschäftsführer

European Business: Können Sie ein Beispiel für solche maßgeschneiderten Projekte nennen?

Georg Komposch: Wir sind in vielen verschiedenen Branchen tätig, was bedeutet, dass die Bandbreite der Projekte extrem groß ist. Kürzlich haben wir zum Beispiel einen teleskopischen 40-t-Traversenträger an ein Stahlwerk in der Türkei geliefert. Das System handhabt Stahlplatten, die 20 m lang sind und bis zu 40 t wiegen. Kurz darauf erhielten wir einen weiteren Auftrag für eine 25-t-Lösung. Andererseits umfassen viele unserer täglichen Anwendungen die Handhabung von Lasten von 50 bis 80 kg in Logistik- oder Produktionsumgebungen. Diese Systeme kombinieren oft Vakuumrohrheber mit Krananlagen, die genau auf den Arbeitsplatz des Kunden zugeschnitten sind.

European Business: Was unterscheidet FEZER von Wettbewerbern auf dem Markt?

Georg Komposch: Ein großer Vorteil ist, dass wir Komplettlösungen aus einer Hand anbieten können. Weltweit gibt es nur sehr wenige Unternehmen, die sowohl die Krananlagen als auch die Vakuumhebegeräte selbst anbieten können. Viele Konkurrenten müssen Krananlagen extern einkaufen, was die Kosten erhöht und die Flexibilität verringert. Da wir unsere eigenen Systeme herstellen, können wir unseren Kunden sehr wettbewerbsfähige und technisch optimierte Lösungen anbieten.

European Business: Wie international ist Ihr Geschäft heute?

Georg Komposch: Wir sind weltweit aktiv, betreiben jedoch keine eigenen Tochtergesellschaften im Ausland mehr. Vor Jahren versuchten wir, eine Präsenz in China aufzubauen, was sich jedoch nicht wie erwartet entwickelte. Heute arbeiten wir erfolgreich mit internationalen Vertriebspartnern zusammen, die ihre lokalen Märkte gut kennen. Unsere Produkte werden in ganz Europa und in vielen anderen Regionen weltweit eingesetzt.

European Business: Welche Branchen sind besonders wichtig für FEZER?

Georg Komposch: Einer unserer Vorteile ist, dass wir nicht von einem einzelnen Sektor abhängig sind. Wir beliefern Kunden in der Logistik, in der Luftfahrt, in der Stahlverarbeitung, bei Freizeitfahrzeugen und vielen anderen Branchen. Diese breite Aufstellung half uns, auch in wirtschaftlich schwierigen Jahren stabil zu bleiben. Wenn ein Sektor schwächelt, kann sich ein anderer positiv entwickeln, was unserem Geschäft Stabilität verleiht.

Der VacuGiant ist für die sichere und effiziente Handhabung von Aluminiumplatten konzipiert
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European Business: Ein Thema, das Aufmerksamkeit erregt hat, ist Ihre Einführung einer Vier-Tage-Arbeitswoche. Warum haben Sie sich entschieden, diesen Schritt zu gehen?

Georg Komposch: Für Unternehmen unserer Größe ist die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter eine der größten Herausforderungen. Wir befinden uns in einer Region, die von großen Industriekonzernen wie Mercedes-Benz, Porsche und Bosch umgeben ist. Mit diesen Unternehmen zu konkurrieren, ist nicht einfach. Vor etwa drei Jahren führten wir die Vier-Tage-Arbeitswoche ein, und es stellte sich als ausgezeichnete Entscheidung für uns heraus. Seitdem haben wir hochqualifizierte Mitarbeiter angezogen und die Zufriedenheit innerhalb des Unternehmens verbessert. Anfangs war ich skeptisch, aber die Ergebnisse waren sowohl intern als auch aus Kundenperspektive sehr positiv.

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