Eiweißreiche Ernährung für Aktive

Interview mit Dirk Bernhard, Site Director/COO der Gustav Berning GmbH & Co. KG und der Prinsen Berning

Gustav Berning Himbeer-Joghurt-Riegel
Himbeer-Joghurt-Riegel: Proteinreicher Riegel mit einer Karamellschicht, gespickt mit Crispies. Hoher Proteingehalt, niedriger Zuckergehalt

Die Gustav Berning GmbH & Co. KG aus Georgsmarienhütte ist der Inbegriff eines Hidden Champion. Als einer der drei größten Entwickler und Hersteller von Proteinriegeln in Deutschland sind ihre Produkte in den Regalen von Drogerien, Supermärkten und Fitnessstudios im In- und Ausland zu finden – nur nicht unter dem eigenen Markennamen. Stattdessen beliefert das Unternehmen als Co-Manufacturing-Partner Kunden in mehr als 60 Ländern der Welt. Als Teil der deutsch-niederländischen Prinsen Berning-Gruppe hat sich das Unternehmen weiteres Wachstum auf die Fahne geschrieben.

Der Markt für eiweißhaltige Nahrungsmittel boomt mit einem zweistelligen Wachstum, das die wachsende Begeisterung der Verbraucher für den praktischen Nutzen und die gesundheitlichen Vorteile insbesondere von Proteinriegeln widerspiegelt. Was ursprünglich den Bodybuildern in den Fitnessstudios vorbehalten war, hat den Mainstream erreicht und setzt sich mit einer ständig wachsenden Vielfalt von Produkten durch, die sich an ein immer breiteres Zielpublikum richten.

Der Markt boomt weiter

„Die Verbraucher im Sportsegment bevorzugen den Kauf von Proteinriegeln für verschiedene Zwecke, wie zum Beispiel Gewichtsmanagement, Aufbau von Muskelmasse und Steigerung der Energie“, so Site Director der Gustav Berning GmbH & Co. KG und der Prinsen Berning-Gruppe Dirk Bernhard, der seit Anfang 2019 im Unternehmen ist und zuvor leitende Stellen in der Produktion bei großen Unternehmen wie Mondelez und Kraft innehatte.

Dirk Bernhard, Site Director/COO der Gustav Berning GmbH & Co. KG und der Prinsen Berning
Dirk Bernhard, Site Director/COO der Gustav Berning GmbH & Co. KG und der Prinsen Berning

„Außerdem haben Marketingkampagnen von Fitnessclubs für Proteinriegel als Ersatz für Mahlzeiten den Absatz dieser Produkte in die Höhe schnellen lassen.“

Mit der zunehmenden Zahl von Fitnessclubs und dem steigenden Bewusstsein für Proteinriegel wird erwartet, dass der Markt in den kommenden Jahren einen weiteren Anstieg der Nachfrage verzeichnen wird. Bedeutend ist jedoch das erwartete Wachstum bei gesundheitsbewussten Verbrauchern aller Altersgruppen, für die eiweißangereicherte Lebensmittel interessant sind. „Der Trend geht eindeutig hin zu Convenience“, bestätigt Dirk Bernhard. „Hier können wir ein sehr interessantes Produktportfolio für den Retail-Bereich anbieten.“

Gustav Berning Instant Food-Lösungen
Instant Food-Lösungen und eiweißreiche Snacks für die aktive Ernährung
Gustav Berning Prinsen

Entstehung eines Hidden Champion

Die Firma Gustav Berning wurde vor mehr als 100 Jahren als Pralinenhersteller gegründet. In den frühen 1980er-Jahren erkannte das Unternehmen das Potenzial des Fitnessstudio-Trends und begann mit der Herstellung von Proteinriegeln. Schon bald wurden die Produktionskapazitäten ausschließlich für die Herstellung von Eiweißriegeln genutzt.

Im Jahr 2017 fusionierte das Unternehmen mit den niederländischen Unternehmen Prinsen B.V., einem Turnkey-Hersteller pulverförmiger Nahrungsprodukte, und Royal Buisman B.V., einem Hersteller natürlicher Karamellbestandteile, zur Prinsen Berning-Gruppe. „Wir verfolgen eine One-Stop-Shop-Strategie“, erklärt Dirk Bernhard. „Viele unsere Kunden beziehen sowohl Proteinriegel als auch Proteinpulver von der Gruppe.“

Breites Produktspektrum

Dank seiner langjährigen Erfahrung ist das Unternehmen zu einem führenden Hersteller in dieser Nische avanciert. „Wir entwickeln die Riegel selbst und haben inzwischen mehr als 360 verschiedene Rezepturen“, berichtet Dirk Bernhard. „Oft können Kundenwünsche bereits mit kleinen Änderungen an bestehenden Rezepten erfüllt werden. Die Entwicklung eines neuen Riegels dauert abhängig von der Produkttechnologie dagegen mindestens sechs Monate.“

Geschmack geht vor

Die Nachfrage nach besonderen Nährwertprofilen in einem schmackhaften, sättigenden Riegel stellt das neunköpfige Entwicklungsteam insbesondere bei Mahlzeitenersatzprodukten vor besondere Herausforderungen. „Da ein Trend hin zu veganen Riegeln zu beobachten ist, experimentieren wir mit pflanzlichen Proteinen“, erklärt Dirk Bernhard. „Einer der größten kommenden Trends sind zuckerarme Riegel. Hier suchen wir nach Alternativen wie Maltit-Schokolade, die weniger Zucker enthält. Auch die Textur ist wichtig, weshalb wir mehrschichtige Riegel anbieten, die zum Beispiel eine Kirschkaramellschicht mit gepufften Crispies kombinieren.“

Gustav Berning Produktion
In der modernen Produktionsstätte in Georgsmarienhütte laufen jedes Jahr Millionen von Proteinriegeln vom Band

Darüber hinaus beeinflussen Geschmacksvorlieben in verschiedenen Ländern die Produktentwicklung. „In Großbritannien und Skandinavien sind die Geschmackskombinationen zum Beispiel etwas gewagter“, weiß Dirk Bernhard. „In der Produktentwicklung wird es nie langweilig.“

Flexible Produktion

Mit fünf separaten Produktionslinien in drei Gebäuden und einem Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr laufen jedes Jahr Millionen von Proteinriegeln vom Band. Nachhaltigkeit ist in der Produktion ein zentrales Thema. „Unser Karton ist FSC-zertifiziert und unsere Schokolade ist von der Rainforest Alliance zertifiziert“, sagt Dirk Bernhard. „Qualität und Umweltschutz sind Teil unserer DNA. Unser Hauptangriffspunkt ist die Verpackungsfolie. Es laufen zurzeit Tests, um die Haltbarkeit von Riegeln, die in Papier verpackt sind, zu messen.“

Globaler Markt

Rund 70% des Jahresumsatzes von über 100 Millionen EUR werden im Auslandsgeschäft erzielt. „Wir liefern in 60 Länder der Welt“, bestätigt Dirk Bernhard. „Historisch gesehen sind Großbritannien und die Beneluxländer wichtige Märkte. Im Kommen sind Deutschland und Skandinavien. Wichtige Märkte für die Zukunft sind die USA, der Nahe Osten und Asien. Wir gehen dorthin, wo unsere Kunden hingehen.“ Ohne eigene Marke ist das Unternehmen stark von den Kunden abhängig. „Wir sehen unseren Status eines Hidden Champion als Stärke“, sagt Dirk Bernhard. „Ein bisschen mehr Bekanntheit würde uns aber bei der Nachwuchsgewinnung helfen.“

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