„Qualität vor Wachstum – sonst verliert man, was die Leute wirklich suchten“
Interview mit Kåre Dyvekær, CEO von Sommerland Sjælland A/S
Es gibt etwas aufschlussreich Stilles in der Art, wie Kåre Dyvekær über seinen Freizeitpark spricht. Nicht als Schauspielgeschäft, sondern als ein Ort, der durch Entscheidungen, Kompromisse und eine langfristige Sichtweise geprägt ist. In diesem Gespräch reflektiert er über seine Kindheit im Park, mutige unternehmerische Entscheidungen – und warum manchmal weniger, aber besser zu tun, die eigentliche Strategie ist.
European Business: Sie sind buchstäblich in Sommerland Sjælland aufgewachsen. Wie hat das Ihren Weg in die Wirtschaft geprägt?
Kåre Dyvekær: Es war immer da, aber vielleicht nicht auf romantische Weise. Wenn etwas Teil des alltäglichen Lebens ist, wird es normal. Dennoch, rückblickend gab es mir ein sehr natürliches Verständnis dafür, wie der Park funktioniert. Ich habe jung angefangen, zunächst nur geholfen, dann mehr Verantwortung übernommen. Irgendwann dachte ich, dass ich gehen würde – aber das Geschäft zog mich immer wieder zurück.
European Business: Sie planten sogar einmal, den Park zu verkaufen. Was hat sich geändert?
Kåre Dyvekær: Ja, das war der Plan. Ich bereitete ein vollständiges Konzept für potenzielle Käufer vor – und währenddessen wurde mir klar, wie viele Ideen ich eigentlich hatte. Es wuchs mir quasi ans Herz. Also ging ich zur Bank und sagte: Wenn ich das selbst mache, unterstützen Sie mich? Sie glaubten daran. Meine Frau und ich haben das Risiko übernommen, kauften den Park im Jahr 2007 und begannen, ihn nach unseren eigenen Vorstellungen zu entwickeln.
European Business: Welche waren die Schlüsselentscheidungen nach der Übernahme?
Kåre Dyvekær: Lange Zeit haben wir einfach nur betrieben und schrittweise Verbesserungen vorgenommen. Die eigentliche Veränderung kam, als wir eine Strategie entwickelten. Wir fragten uns: Was können wir eigentlich gut? Und statt alles zu ändern, beschlossen wir, unsere Kernkompetenz – Qualität – zu stärken. Nicht nur bei den Fahrgeschäften, sondern in allem: Service, Essen, Sauberkeit, Mitarbeiterschulung. Wachstum ist schön, aber es darf nie auf Kosten der Qualität gehen.
European Business: Sie haben auch digitale Interaktion im Park eingeführt. Was war die Idee dahinter?
Kåre Dyvekær: Es begann ganz einfach. Ich sah, dass die Leute ihre Telefone überallhin mitnahmen – sogar zum Strand. Also dachte ich: Warum nicht im Park verwenden? Wir begannen mit kleinen Funktionen, wie das Steuern von Wasserkanonen per Smartphone. Heute haben wir rund 30 interaktive Punkte. Aber es ist wichtig: es ist eine Ergänzung, keine Voraussetzung. Man sollte den Park auch ohne Telefon genießen können. Die Technologie fügt nur eine weitere Ebene hinzu, wenn man es möchte.
European Business: Wie reagieren Sie auf sich ändernde Kundenerwartungen?
Kåre Dyvekær: Ein Beispiel ist das Essen. Wir haben versucht, die Qualität selbst zu verbessern, aber die Gäste waren immer noch nicht zufrieden. Also änderten wir das Modell komplett. Wir schufen einen Street-Food-Bereich mit externen Spezialisten – jeder spezialisiert auf eine Küche. Das änderte sowohl die Qualität als auch die Wahrnehmung. Manchmal ist die Lösung nicht, weiter zu optimieren, sondern das Konzept komplett zu überdenken.
European Business: Was definiert Sommerland Sjælland heute?
Kåre Dyvekær: Raum und Atmosphäre. Wir haben etwa 20 Hektar, daher fühlt es sich nie überfüllt an. Es geht nicht nur um Fahrgeschäfte – es geht auch um Natur, offene Flächen, ein entspanntes Tempo. Familien können hier einen ganzen Tag verbringen, manchmal auch länger, wenn sie in unseren Unterkünften übernachten. Diese Kombination ist uns sehr wichtig.
European Business: Und was sind Ihre Ambitionen für die Zukunft?
Kåre Dyvekær: Wir wollen nicht einfach nur wachsen. Der bestehende Park sollte behutsam weiterentwickelt werden. Gleichzeitig arbeiten wir an einem viel größeren Projekt namens Nordic Land – mit einem Hallenbad, Freizeiteinrichtungen und etwa 600 Häusern. Das ist eine ganz andere Größenordnung, und wir suchen derzeit nach Partnern. Aber auch hier gilt das gleiche Prinzip: Es muss sich richtig anfühlen, nicht nur groß sein.
European Business: Wenn Sie Ihren Ansatz in einem Satz zusammenfassen müssten?
Kåre Dyvekæ...[remainder of string was truncated]